Cradle to Cradle (C2C) – nicht nur eine Vision

Cradle to Cradle

Cradle to Cradle (C2C) = zu Deutsch „von der Wiege zur Wiege“

C2C was ist das eigentlich und warum ist C2C gerade in aller Munde? Das ist eigentlich ganz einfach, denn unsere natürlichen Rohstoffe sind bald verbraucht und die Müllberge platzen auf der ganzen Welt aus den Nähten. Wohin mit dem ganzen Müll und was passiert, wenn wir unsere Rohstoffe in ein paar Jahrzehnten bis zum letzten verbraucht haben?

Michael Braungart (deutscher Chemieprofessor, Verfahrenstechniker und Ökovisionär) und William McDonough (US-Architekt) haben das C2C-Prinzip entwickelt.

Durch C2C werden biologische und technische Nährstoffkreisläufe, ganz ohne Abfallproduktion, Materialien wiederkehrend in Einsatz gebracht, sodass ein Lebenszyklus nahezu endlos ist. Die Natur macht es uns schon immer vor!

Jedes Material und jedes Teil eines Produkts gehört nach dem C2C-Prinzip einem von zwei Kreisläufen an:

  1. Dem natürlichen, in dem Materialien biologisch restlos abgebaut werden können.
  2. Dem technischen, in welchem sich Materialien endlos wieder verwenden lassen.

Das Produktdesign muss danach angepasst werden und sich somit intelligent, effektiv und umweltfreundlich dem Kreislauf zugefügt werden.

von der Wiege zur Wiege
Cradle to Cradle (C2C) – Quelle: cycleplatform.tw

Im Grunde genommen ist auch C2C recyceln, doch bisher hatte man das Recyceln immer mit „Downcyceln“ bezeichnet. Durch „Downcyceln“ erhält ein Produkt einen Qualitätsverlust und wird somit heruntergestuft bzw. niederwertig. Dem Material werden dadurch noch ein bis zwei Lebenszyklen gegeben. Mit jedem Male wird das Material niederwertiger bis es ganz nutzlos ist.

„Falsches effizient gemacht, wird nicht richtig, sondern erhöht den Schaden“! Zitat von Michael Braungart (deutscher Chemieprofessor, Verfahrenstechniker und Ökovisionär) und William McDonough (US-Architekt)

Recycling nach dem C2C-Prinzip bedeutet, dass das Material ohne einen Qualitätsverlust immer wieder für ein und das gleiche Produkt wiederverwendet werden kann und wird, da es reinen Materialien besteht.

Auch beim C2C lassen sich gefährliche Stoffe nicht vermeiden, denn in unserer schnelllebigen Zeit sind wir auf Kommunikations- und Datenverarbeitungstechnologie angewiesen, wenn wir nicht gerade im Outback leben wollen und an der Gesellschaft erfolgreich teilhaben wollen. Es muss daher verhindert werden, dass die toxischen Stoffe nicht in unseren natürlichen Kreislauf gelangen, sondern in den geschlossenen technischen Kreislauf bleiben!

Auch viele Naturmaterialien lassen sich nicht wieder in den biologischen Kreislauf zurückführen, da diese, um die Lebensdauer zu verlängern, chemisch behandelt wurden.

„Intelligenz und handwerkliche Fähigkeiten werden vielfach noch immer durch Chemie ersetzt. Immer mehr Farben, Stoffe und Einrichtungsgegenstände sind mit anitbakterieller Ausstattung sowie mit Antipilzmittel versehen. Dadurch werden Pilze und Keime immer besser trainiert. Allerdings macht die menschliche Lunge keine vergleichbaren Trainingsfortschritte.“ Zitat Braungart.

 

Animation: GutenTagProduktion

Schon in ein paar Jahrzehnten werden wir über 9 Mio. Menschen auf der Erde zählen. Alle könnten mit der Ökovision des C2C-Prinzips versorgt werden können. Einige Unternehmen haben ihre Geschäftsmodelle bereits angepasst oder komplett geändert, sodass die Vision bereits in die Realität umgesetzt wurde. Auch hier gilt, ‚der frühe Vogel fängt den Wurm‘! Unternehmen, welche die Vision früh genug umsetzen, werden im realen Wettbewerb dann mehrere Schritte voraus sein.

Das C2C ist eine nicht nur eine Ökovision von der abfallfreien Wirtschaft, sondern ist bereit Realität. Wenn noch mehr Hersteller und Verbraucher mitwirken, werden wir einen schonenden ökologischen und technischen Kreislauf erzeugen können, von dem jeder von uns sowie unsere Umwelt profitieren wird.

Wenn wir nun alle davon profitieren, sollte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich das C2C-Prinzip durchgesetzt hat. Eine Abfallfreie Welt fände ich großartig, jedoch werden viele große Unternehmen erst dann umrüsten, wenn Sie den eigenen Vorteil und d.h. großen Profit, erkannt haben!! Da sich unsere Umwelt ohne eine drastische Änderung auch in der Abfallindustrie nicht mehr erholen wird und es auch nicht so aussieht als würden Macht und Kapitalismus schon morgen passé sein, sehe ich der C2C-Vision entspannt und hoffnungsvoll entgegen.

 

 

 

 

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

4 Kommentare

  1. Februar 9
    Antworten

    Das ist echt interessant. Eine abfallfreie Welt klingt herrlich. Vergleichbar in etwa mit Resteverwertung in der Küche – bei mir wird jedenfalls nichts weggeschmissen 😉
    Super find ich übrigens auch: „Falsches effizient gemacht, wird nicht richtig, sondern erhöht den Schaden“ – geniales Zitat (könnte und sollte man in meinen Augen auch hervorragend auf die Gesundheit anwenden!)
    Alles Liebe, von der Gesunde Erbsen-Prinzessin 😉

    • Sternchen
      Februar 9
      Antworten

      🙂 Hoffen wir mal, dass sich das in den nächsten Jahren mehr und mehr durchsetzt. Im Bau ist das gerade immer mehr auf dem Vormarsch, das begrüße ich sehr!
      Liebe Grüße, Sternchen*

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