Das schnelle Leben: Beyond Fast Fashion 1/3

Mit diesem Beitrag starte ich eine Blogserie über das schnelle Leben. In diesem Beitrag geht es um Fast Fashion, in den nächsten zwei Beiträgen nehme ich die Themen Fast Food und Fast Travel unter die Lupe. Mein Ziel ist es anhand eines Beispiels zu erklären, wer die Beteiligten bzw. auch die Geschädigten dieser Konsumverhalten sind.

Fast Wahnsinn!

Sind wir mal ehrlich, wer hat nicht schon in einem der zahlreichen Fast Fashion (dt. schnelle Mode) Stores eingekauft, bei einem Fast Food Restaurant gegessen und ist mal eben schnell durch eine Stadt gehuscht a la Fast Travel. So gut wir uns vielleicht heute darstellen, haben wir aber alle eine Vergangenheit. Schon im Teenager-Alter wurden wir fast schon von der Modeindustrie und deren Werbungen genötigt, hipp und nach deren Vorstellungen auszusehen. Durch die Globalisierung ist es auch nicht leichter geworden, sich dem zu entziehen.

Werbung ist überall und zu jeder Zeit verfügbar. Sie vermittelt uns was wir kaufen, tragen und essen sollen und weil die Kaufkraft und das Wachstum stetig steigen soll, muss es einfach mehr von allem geben und das zu einem möglichst günstigen Preis. Am Besten auch so, dass wir z.B. etwas neu Erworbenes auch ungetragen im Kleiderschrank verschwinden lassen. War nur hübsch, aber gebraucht habe ich es nicht. So oder so ähnlich sind die Gedanken der Konsumenten. Vielleicht absichtlich, vielleicht aber auch total unbewusst.

Aber warum ist das so? 

Es ist wie immer nicht ganz einfach sich dem Wahnsinn zu entziehen und hinter diese Maschinerie zu blicken. Wer ist aber alles an diesem Zustand beteiligt und wer trägt am Ende den Konsequenzen? Den Start macht Fast Fashion. Los geht’s…

Beispiel Fast Fashion

Wenn wir aber einmal als Beispiel an das schwedische Fast Fashion Unternehmen denken, fällt sofort auf, dass quasi fast wöchentlich das komplette Bekleidungsprogramm ausgetauscht wird. Da passiert sicherlich auch bei dem Unternehmen im Hintergrund eine ganze Menge. Mode-Scouts kopieren auf der ganzen Welt die kommende Mode und innerhalb weniger Wochen sollen wir sie kaufen. Wenn es früher noch Bekleidung für die vier Jahreszeiten zu kaufen gab, gibt es heute wahrscheinlich mehrere hunderte ‘Jahreszeiten’. Es geht schnell und noch schneller kaufen wir, weil wir den Trends hinterher jagen als gäbe es kein Morgen mehr. Das ist schnell (engl. fast), irgendwie auch zu schnell.

DIE KONSEQUENZEN

Konsument

Für den Konsumenten ergibt sich zuerst einmal ein prall gefüllter Kleiderschrank mit viel zu vielen Dingen, die er nicht anzieht. Die Kehrwende davon ist, dass es unterbewussten Stress auslöst. Auch wenn manche denken, dass sie sich mit ‘shoppen gehen’ etwas gutes tun, denn jedes neue Bekleidungsstück soll ja glücklich machen. Es ist richtig, dass es, zumindest für den Moment, glücklicher machen kann, denn wenn das Belohnungszentrum wird angesprochen. Das hat sich die Mode- und Werbeindustrie schön zurecht gelegt. D.h. aber auch, dass der Konsument getäuscht wird. Ergo, kaufen macht nicht glücklicher und bedeutet höchstens Stress, indem man immer up-to-date sein will!

Unternehmen

Die Fast Fashion Unternehmen sind nur an einem möglichst hohen und schnell generierten Profit interessiert. Das schaffen sie mit billig und schnell produzierter Ware, die sie möglichst schnell verkaufen. Dazu lassen sie auch gerne mal zu unmenschlichen Bedingungen in ärmeren Ländern produzieren. Die Konsequenz für das Unternehmen ist daher ein hoher Umsatz. Die äußerst schlechten Arbeitsbedingungen führen aber langfristig zu einem schlechten Image, weswegen schon viele dieser Unternehmen versuchen sich etwas nachhaltiger darzustellen.

Hersteller

Die Hersteller der Ware liegen eigentlich immer im asiatischen Raum, denn dort entsprechen die Arbeitsbedingungen einem anderen Standard, sehr oft unmenschlich. Die Hersteller beschäftigen also viele Menschen, die für billiges Geld unter schlechten Arbeitsbedingungen (keine Arbeitssicherheit, langes Arbeiten ohne Pausen, etc.) die Ware erstellen. Es gibt Zwischenhersteller (z.B. Nähfabriken) und es gibt die Bauern am Anfang der Kette, welche z.B. Baumwolle anbauen. Sie verwenden Gifte zum Anbau und schaden sich und der Umwelt, darüber hinaus wird auch von Kinderarbeit nicht abgesehen. Das geht z.B. in Afrika so weit, dass aus den Nachbarländern Kinder gekauft oder geklaut werden.

Umwelt

Last but not Least wird der Umwelt enorm geschadet. Der kleine Bauer fängt damit an und vergiftet Boden und Luft. Beim Färben oder anderer Bearbeitung von Stoffen werden Gifte eingesetzt, die in die Gewässer abgeleitet werden. Die langen Transportwege stoßen eine Menge CO2 aus. Am Ende steht der Konsument, der freiwillig Gift auf der Haut trägt und sich selbst damit schadet. Die oft synthetische Kleidung löst bei jedem Waschgang Mikroplastik, welches in ungefiltert in unser Wasser kommt. Wir zerstören schön langsam unsere eigene Existenz.

 

 

Was können wir ändern?

Im Prinzip ist es ganz einfach – WENIGER IST MEHR –

  • Konsumiere, was du wirklich brauchst
  • Achte beim Konsumieren darauf, wie und wo das Produkt / die Ware hergestellt wurde
  • Nehme dir Zeit
  • Lass dich nicht täuschen, hinterfrage lieber
  • Konzentriere dich auf die kleinen Dinge
  • Beachte Regional
  • EDIT: kaufe 2. Hand

Hab ich was vergessen? Ergänze gerne in den Kommentaren.

 

Slow Fashion Grüße

Stefanie*

 

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

3 Comments

  1. März 25
    Reply

    …achso, das war jetzt etwas missverständlich! Ich meinte natürlich: Secondhand ist ein leicht zu leistender Beitrag an die Nachhaltigkeit, denn es schont ausserdem die Ressourcen, weil: “Jedes Produkt, das nie produziert wurde….” etcpepe. Tzzzzz….

    • März 25
      Reply

      War’s doch gar nicht 🖖🏽
      Hast ja absolut recht, aus 2. Hand ist immer prima. Hab ich auch am liebsten. Neu Kauf ich nur Unterwäsche, aber dann auch möglichst nachhaltig. 😉

  2. März 25
    Reply

    Das hast du auf den Punkt gebracht! Eines könnte man allerdings noch anfügen: Secondhand einkaufen. Es ist so vieles in Secondhandshops erhältlich, das kaum benutzt wurde, noch tiptop und für lange Zeit benutzbar ist. Persönlich besitze ich viele Dinge, die 2. Hand sind, die ich so gekauft oder geschenkt bekommen habe. Sie sind ein leicht zu leistender Beitrag an die Nachhaltigkeit, denn wie heisst es so schön: Jedes Produkt, das nie produziert wurde, ist ein gutes und nachaltiges Produkt!
    Ich komme gerne wieder,
    liebe Grüsse!

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