EU Kommission plant Strategie gegen Plastikmüll – reicht aber nicht!

Photo by Svante Berg Photography

Wie schon jeder mitbekommen haben muss, sorgen Kunststoffe bzw. Plastik im Meer, in unserem Essen und am Ende in unserem Körper für große Diskussionen und Ängste. Dies wissen wir nicht erst, seit die Europäische Kommission (kurz ‘EU Kommission’) eine Strategie für die Eindämmung von Kunststoffen ausgerufen hat.

Europäische Kommission – Wer ist das und was machen die eigentlich? 

Die Europäische Kommission ist die politisch unabhängige Exekutive der Europäischen Union (kurz ‘EU’) und fördert deren allgemeine Interessen. Sie ist allein zuständig für die Erarbeitung von Vorschlägen für neue europäische Rechtsvorschriften und setzt die Beschlüsse des Europäischen Parlaments und des Rates der EU um und verwaltet den EU-Haushalt.

Ja das ist Politik und klingt erstmal sehr trocken! Warum schreibe ich aber davon? Na weil wir ein weltweites Plastikproblem haben und die EU Kommission sich mit diesem Problem beschäftigt hat. Finally!

Die Erste europaweite Strategie für Kunststoffe

Ja die erste europaweite Strategie für oder vielleicht doch eher gegen Kunststoffe wurde also am 16. Januar 2018 in Straßburg, Frankreich, von der EU Kommission beschlossen. Das klingt erstmal total gut und es ist sicherlich ein großer Schritt in die richtige Richtung, denn wir haben weltweit ein riesengroßes Kunststoff bzw. Plastikproblem.

Ein paar Fakten zum Problem mit dem vielen Plastikmüll

  • Europaweit 25 Mio. Tonnen Kunststoffmüll, nur 30% davon wird recycelt.
  • Zuviel Einwegplastik.
  • Mikroplastik in den Meeren, Nahrung und Kosmetika.
  • Zersetzung von Plastik dauert mehrere 100 Jahre.
  • Müll im Meer und an den Stränden macht ca. 85% des Plastik aus.
  • Der meiste Müll stammt nicht vom Konsumenten, sondern von der Industrie.

Lösungsansatz der EU Kommission

  • Vorhaben bis 2030 sollen alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclefähig sein.
  • Der Verbrauch von Einwegkunststoffen wird reduziert.
  • Die absichtliche Verwendung von Mikroplastik wird beschränkt.

Das ist leider nicht genug

Viele Kritiker sowie auch ich, denken, dass die Wichtigkeit noch nicht erkannt wurde. Wir bewegen uns geradewegs darauf zu uns nicht nur ein Bein zu legen, sondern uns selbst von der Brücke zu schubsen. Dem Problem wurde zwar Anerkennung gezeigt, aber die Auswirkungen dessen, wenn wir nicht reagieren, leider zuwenig Respekt gezeigt.

Versteht mich nicht falsch, ich finde es wichtig und gut, dass sich die Politik dem großen Problem Kunststoff annimmt, aber lediglich eine wage Strategie bis 2030 (das sind immerhin 11 – 12 Jahre) vorzulegen, ist für mich fahrlässig. Dabei geht es gar nicht nur um die EU, sondern das Problem ist weltweit und die Politik sollte schnell reagieren. Verbote müssen ausgesprochen werden, Steuern auf Verpackungen etc. erlegt werden, Alternativen gefunden werden. Weltweit, europaweit, deutschlandweit!

Verbote sind sicherlich wieder für den ein oder anderen Freiheitsberaubung und irgendwie ist es das auch, aber welche Alternativen gibt es, wenn ein großer Teil unserer Gesellschaft nicht mehr nachdenkt und die Folgen dessen nicht einschätzen kann? Irgendwas muss doch passieren? Mir wäre es lieber, wenn wir alle mal aufwachen, uns an der Hand nehmen und gemeinsam unsere Welt retten würden. Leider ist der Mensch zu bequem und kommt bei dem ganzen Überfluss nur schwer aus seiner Komfortzone heraus.

Hier gibt es bald kein Plastik mehr

Schön, dass die Problematik doch schon an dem ein oder anderem Ort angekommen ist und Menschen oder aber Ihre Vertreter etwas entscheidendes entschieden haben. Es gibt wirklich schon einige Orte und sogar Länder die sich mit dem Thema beschäftigen und nach und nach Plastik verbannen:

  • Costa Rica
  • Frankreich
  • Kenia
  • Neu-Delhi
  • Neuseeland
  • Ruanda
  • Salzburg
  • San Francisco
  • Seattle
  • Billerbeck

So zählt das enorm Magazin zumindest diese Orte, sowie welche Art von Plastikartikel verbannt wurden, auf.

EDIT: Auch England und Schweden verbieten Mikroplastik.

Wie vermeide ich Plastik im Alltag?

Wenn die Politik uns nicht in die Schranken weist, dann können wir aber auch selbst ein wenig dazu beitragen, dass im eigenen Haushalt und auch unterwegs nicht mehr soviel Plastik und Verpackungsmüll anfällt. Das setzt der Industrie ein Zeichen, sodass diese hoffentlich auch umdenken und anders handeln.

Meine 15 Tipps um Plastik im Alltag zu vermeiden

1.  Kaufe verpackungsfrei ein

2.  Trinke Leitungswasser

3.  Verwende Mehrwegalternativen

4.  Leihe statt zu kaufen

5.  Kompostiere deinen Biomüll

6.  Benutze eigene Einkaufsbeutel

7.  Reduziere deinen allgemeinen Konsum

8.  Koche frisch ohne Fertigzutaten

9. Repariere deine Sachen

10. Putze mit selbstgemachten Reinigungsmitteln

11. Klebe einen ‘keine Werbung’ – Aufkleber auf deinen Briefkasten

12. Waschbare Alternativen zu Wegwerfprodukten

13. Reduziere Kosmetika und steige auf Naturprodukte um

14. Züchte Obst und Gemüse selbst

15. Lass Kaugummis weg

 

Grüße aus Berlin

Stefanie*

 

 

 

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

6 Comments

  1. Februar 14
    Reply

    Schön zu sehen, dass die Politik sich mal mit sinnvollen Sachen beschäftigt… leider werden dieses wohl nicht zu 100% ernst genommen… Schade.
    Danke auch für deine Tipps 🙂 Bei mir scheitert es hauptsächlich am Einkaufen… hab mir aber jetzt vorgenommen regelmäßig den Bauernmarkt zu besuchen, da ist das verpackungsfreie Einkaufen leichter.
    LG Anja

    • Februar 14
      Reply

      Ja leider, aber es wird. Man muss positiv bleiben!

      Zum Bauernmarkt zu gehen ist super. Vergesse nicht eigene Beutel mitzunehmen, sonst hast du wieder alles in extra Verpackungen. Im Übrigen finde ich den Wochenmarkt immer als anregend, denn man kommt mal wieder mit den Menschen ins Gespräch. Passiert ja im Supermarkt nicht so häufig 😉

      Viel Spaß und liebe Grüße, Stefanie*

  2. Februar 10
    Reply

    Liebe Stefanie,
    Ich sehe das genauso, wie du: Jeder einzelne sollte bereit sein etwas zu tun, dadurch wird die Politik doch erst angeregt mitzuziehen! Seitdem ich verpackungsfrei einkaufe, verzichte ich auch auf Kaugummis, da ich keine Alternative finde, die auch noch unverpackt ist. Dabei liebe ich Kaugummis! Ich habe noch eine Packung auf Vorrat, für sehr schlechte Zeiten 😉
    Viele Grüße, Izabella

    • Februar 14
      Reply

      Hallo Izabella,
      genau, vor allem die Industrie müsste mitziehen. Ein ganz wichtiger Punkt finde ich, denn der meiste Müll wird nicht von dem kleinen Konsumenten verursacht, sondern von der Industrie.

      Schön, dass du auch auf Kaugummis verzichtest, die gehen immer mit extra Verpackung einher. Ist bestimmt nur eine Abgewöhnungssache, irgendwann denkst du nicht mehr daran 😉

      Liebe Grüße, Stefanie*

  3. Februar 9
    Reply

    Hi, I’m also really interested in banning plastic and becoming zero waste friendly. I already use most of your tips. The only one that seems impossible is composting, since i don’t have a garden nor a lot of space. I have been reading about worm composting, but I don’t think i am ready for it just yet.

    • Februar 14
      Reply

      Hey Citlali,
      good to hear you are already using the most of the tips. Yes, I totally agree with you, composting is more difficult. I also don’t have space for it, because I am living in a city apartment. So maybe the worm composting is something for the balcony. I’ll keep an eye on it.

      Stefanie*

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