Fair Fashion – Dein Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Kleiderschrank

Kaum einer kennt den Begriff Fair Fashion noch nicht. Fair Fashion ist das Gegenteil von Fast Fashion und beinhaltet, dass Kleidung unter fairen Bedingungen für die Umwelt, den Menschen und Tieren hergestellt wurde. Auch kennt man darunter die Begriffe grüne Mode oder Slow Fashion. 

 

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider,

grün, grün, grün ist alles was ich hab,

darum lieb ich alles was so grün ist,

weil die Welt mir so sehr am Herzen liegt!

 

Über Fashion gab es hier bisher ziemlich wenig zu lesen, da mich das Thema bisher zu wenig interessiert hat. Das ändern wir nun, denn ich möchte nicht immer nur mit dem Finger auf die Fashion Industrie zeigen. Gerade war ich auch auf der Ethical Fashion Messe und hatte darüber auch schon in einem Beitrag berichtet. Ich war ziemlich beeindruckt und möchte dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken. Hin und wieder, aber Fashion-Blogger werde ich nicht, keine Angst 😀

 

Mittlerweile gibt es genügend Fair Fashion Labels, die sich dem Problem der Fashion Industrie angenommen haben. Sie sind transparent bis ins letzte Detail, sodass man immer nachvollziehen kann…

Im Übrigen eine Kampagne die ich sehr begrüße. Wer mehr dazu lesen möchte, kann sich hier oder hier ein wenig mehr informieren.

Wir sind uns einig. Fast Fashion ist out, weil es Mensch und Umwelt zerstört. Wir müssen also alle dringend umdenken! Gut, aber wie?

Ich bin auf meinem Weg an einigen Punkten angekommen und probiere mich in vielen Dingen immer wieder aus. Was ich bereits umsetzen konnte ist, dass ich in keine große Handelskette mehr gehe, um Kleidung zu kaufen. Eigentlich brauche ich so gut wie nichts neu, da ich einen Schrank voll Kleider habe, die sich immer wieder mal anders kombinieren lassen.

Früher war alles besser!

Als Kind der 80er/90er bin ich in die Überkonsumwelt reingeschubst worden. Neue Dinge machten mich irgendwie glücklicher und solange ich mit schwamm funktionierte diese Welt für mich sehr gut. Aber wenn man mal einen Schritt wagt und beginnt alles zu hinterfragen, ist man plötzlich von diesem Überangebot an Dingen überfordert, man ist übersättigt! Mein Schrank war voll und ich nicht glücklich!

Dabei war es bereits in meiner Kindheit so, dass ich kaum neue Kleidung bekommen habe, denn meine Eltern hatten nicht genügend Geld, um uns drei Kinder mit dem neuesten Scheiß auszustatten. Noch dazu gab es damals keine Billigkleidungsketten. Mein Vater ist Flohmarktexperte, daher gab es immer einiges von dort, aber wir gingen auch hin und wieder in Sozialkaufhäuser. Ich muss zugeben, mir war das damals schon auch unangenehm, aber ich fand dennoch immer ganz tolle Kleiderstücke (auch Marken).

Was hat sich verändert?

Heute, im 21. Jahrhundert müssen wir umdenken, denn unsere Gesellschaft lebt im Überfluss und hat damit dazu beigetragen, dass in den ärmeren Teilen dieser Erde einiges schief läuft. Kinderarbeit, unfaire Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen und für den Mensch und die Umwelt verschiedene Gifte sind nur ein Teil von dem, was eindeutig schief läuft.

Was können wir also tun, um dem entgegenzuwirken? 

Zunächst einmal, sollte man sich fragen, ob man etwas wirklich braucht? Wenn diese Frage mit einem eindeutigen ‘JA’ beantwortet werden kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um fair zu konsumieren. Muss es Neu sein oder kann es auch gebraucht gekauft werden, das wäre die nächste Frage, die du dir stellen kannst.

1. FAIR FASHION

Faire Mode (engl. Fair Fashion) wird nach fairen und ökologisch korrekten Produktionsbedingungen für Umwelt, Mensch und Tier hergestellt. Heutzutage gibt es ein breites Angebot an fairer Mode mit dem alle Bedürfnisse abgedeckt werden. Da Fair Fashion in der Herstellung aufwendiger ist, hat dies einen höheren Preis zur Folge, jedoch ist dieser höhere Preis teilweise wirklich kaum erkennbar.

+ Fair Fashion KAUFEN

Gekauft werden kann online oder auch in einem Ladengeschäft. Mittlerweile gibt es genügend Angebote. Neben verschiedener Herstellermarken (z.B. ‘Armedangels’) gibt es zahlreiche Siegel, die für Faire Mode stehen. Ich persönliche achte immer auf das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard). Darüber hinaus gibt es aber noch andere Siegel, die du auf www.fair-fashion.net nachlesen kannst.

2. SECOND HAND

Mode aus 2. Hand (engl. Second Hand Fashion) gibt es vor allem aufgrund des Überangebots und der Überproduktion mancher Modeketten zur genüge. Teilweise wird diese sogar nach Afrika oder andere 3. Welt Länder verkauft. Dort wird dann mit unserer Kleidung der lokale Kleidermarkt kaputt gemacht. Deswegen sollte man zum einen selbst aussortierte Kleider nicht in einen Kleidungskontainer oder zum ‘Schweden’ bringen. Second Hand ist dennoch super, wenn nicht sogar derzeit das Beste, um den Geldbeutel und die Umwelt zu schonen.

+ Second Hand KAUFEN

Um Second Hand Mode oder aber auch Vintage-Kleidung zu kaufen hat man viele Möglichkeiten. Diverse online und offline Shops, mobile Apps (Mein Favorit ist ‘Kleiderkreisel’), Kleidertauschbörsen oder auf dem Flohmarkt findet man mit Sicherheit ein einzigartiges Modestück, welches genau den eigenen Geschmack trifft. Leider habe ich bei meiner Recherche durch das Internet keine schöne Übersicht von den verschiedenen Apps und Kleidertauschbörsen gefunden. Wer aber mehr zu Second Hand erfahren möchte, sollte mal auf den BlogWarumned‘ von Anja vorbei schauen. Sie schreibt über ihre Second Hand und Upcycling Erlebnisse und gibt einige Tipps preis.

Mein Second Hand Pullover aus Lissabon

3. SELBST GEMACHT

Selbst gemachte Kleidung ist nicht nur unter Umständen total schick, sondern auch jedes Teil ein Unikat. Hierzu sei gesagt, dass bei gekauften Stoffen wieder auf Öko-Siegel geachtet werden sollte. Ansonsten kann man wunderbar aus alten Stoffen, wie z.B. alter Bettwäsche sehr hübsche Kleidung schneidern wie Anne vom Blog cut.sew.love. immer wieder beweist. Sie hat mir auch schon ein Upcycling-Lieblingsstück geschneidert.

Mein Upcycling Lieblingsstück von cut.sew.love.

Wo verkauft man aussortierte Mode?

+ Second Hand Geschäft

Wie bereits erwähnt gibt es diverse Geschäfte die Second Hand Mode verkaufen. Oftmals ist es so, dass man dort auch seine noch gut erhaltenen Kleidungsstücke dort verkaufen kann. Halte einfach mal Ausschau in deiner Umgebung und du wirst sicher fündig.

+ mobile Apps

Kleiderkreisel, Spock, Ebay und wie sie nicht alle heißen sind immer gute Alternativen, um Kleidung los zu werden. Leider bekommt man auch für Markenstücke oft ziemlich wenig. Ich habe einmal einen Test über MOMOX gemacht und war sehr zufrieden. Dort werden allerdings nur einige sehr gute Stücke angenommen. Ich fand den Aufwand aber nicht zu groß, weswegen ich das durchaus empfehlen kann.

ist, mobilen Apps und Flohmärkten gibt es eine Menge von Alternativen, die geradezu einladen zu verkaufen. Zum

+ Flohmarkt

Der gute alte Flohmarkt ist natürlich das Paradies der Second Hand Ware. Es gibt viele verschiedene Flohmärkte in jeder Stadt. Mittlerweile immer beliebter werden die Hinterhofflohmärkte. Der Flohmarkt ist mein absoluter Favorit um aussortierte Kleidung zu verkaufen. Mit einer Freundin und ein Gläschen Sekt im Gepäck kann das durchaus eine ganz lustige Veranstaltung werden. Feilschen inklusive 😀

+ verschenken oder tauschen

Auch der Kleidertausch etabliert sich immer mehr in unseren Landen. Verschenken geht auch immer. Ich lasse z.B. immer noch mal Freunde durch meine Klamotten wühlen, bevor sie auf den Flohmarkt landen.

Ansonsten kann man Kleidung auch immer bei sozialen Einrichtungen (z.B. über wohindamit.org) oder Flüchtlingsunterkünften abgeben. Es wird nicht immer alles gebraucht, aber vielleicht geht schon mal ein erster Schwung direkt an Menschen die es brauchen. Besonders toll finde ich die Nachbarschaftshilfen (z.B. Nebenan.de), dort gibt es immer allerlei Zeugs, aber auch Dinge wie Yoga-Kurse und vieles mehr.

Weniger ist mehr!

Jetzt habe ich viel davon erzählt, dass Fair Fashion wichtig ist, welche Möglichkeiten es gibt und wo man faire Mode kaufen oder auch verkaufen kann. Was aber viel wichtiger ist, ist sein Kaufverhalten grundlegend zu überdenken. Weniger ist manchmal einfach mehr! Just sayin’

 

EDIT: Sabrina von ‘Ich mach es anders’ hat einen tollen Beitrag darüber geschrieben, wie man in 6 Schritten zu einem fairen Kleiderschrank kommt. Ich finde das als Ergänzung zu meinem Beitrag wunderbar, deswegen schau dir gerne auch diesen Beitrag an.

faire Grüße

Stefanie*

 

 

 

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

5 Comments

  1. Februar 5
    Reply

    Hi Stefanie,

    vielen lieben Dank für´s Verlinken meines Beitrags 😀

    LG Sabrina

  2. Februar 5
    Reply

    Bei mir hat damals das Umdenken mit dem Gefühl angefangen, einen vollen Kleiderschrank zu haben, aber dennoch nichts zum Anziehen. Denn er war übervoll mit zu vielen Kleidungsstücken, die sich einerseits nur mäßig kombinieren lassen und andererseits irgendwelche Sale-Leichen waren. Also habe ich mir vor einigen Jahren ein einmonatiges Shoppingverbot auferlegt. Nach diesem Monat habe ich festgestellt, dass mir gar nichts gefehlt hat, dass Shoppen nur des Shoppens wegen nicht erfüllend ist und dass ich genügend Kleidung besitze, die erst einmal getragen werden will. Mittlerweile kaufe ich zu 95 % nach Bedarf ein. Ich gehe in einen Laden hinein, und wenn die das nicht haben, gehe ich halt wieder heraus ohne ein “trauriges” Gefühl zu haben, weil ich nichts geshoppt habe. Mal ehrlich, wie viel Zeit habe ich früher aufgewendet, um mich durch Geschäfte und Shopping Malls zu schieben, immer auf der Jagd nach dem nächsten Schnäppchen, das ich eigentlich nicht brauche?! Am Ende war es zumeist Verschwendung wertvoller Ressourcen – Geld, Zeit und Rohstoffe.

    Was also mit einer persönlichen Motivation angefangen hatte, ist mittlerweile umgeschlagen in eine ökologische und soziale. Denn vor allem das Fast-Fashion-Segment finde ich mehr als bedenklich. Die rasante Produktion mit bis zu 24 Kollektionen pro Jahr oftmals ermöglicht durch inhumanen Arbeitsbedingungen, fehlenden Sicherheitsstandards oder Löhnen unter dem Existenzminimum bzw. der übermäßige Konsum befördern einen unverhältnismäßigen Ressourcenverbrauch.

    Ich shoppe daher nur noch selten Kleidung, da ich eh genügend habe und wenn, dann nach der Prämisse Qualität vor Quantität. Somit setze ich auf Langlebigkeit. Secondhand-Angebote, Flohmarkt-Funde, alte aufgewertete Kleidung, selbst bzw. von Mutti Gestricktes/Gehäkeltes oder Funde im Kleiderschrank der Eltern, sind oftmals viel spannender und vor allem eines – nachhaltiger!

    Danke für diesen tollen Beitrag! Ich freue mich schon darauf, mehr dazu lesen zu können.

    Alles Liebe
    Chrissie

    • Februar 5
      Reply

      Liebe Chrissie,
      ich kann absolut nachvollziehen wie das mit dem vollem Kleiderschrank ist/war. Mir ging es auch so. Kleiderschrank voll und trotzdem nichts anzuziehen.
      Ich habe nun festgestellt, dass ich die Kleidungsstücke, die ich kaufe (Flohmarkt oder woanders) so viel mehr wertschätze als zuvor bzw. wie du sagst, ist das viel spannender. Ich trage meine Kleidung auch so lange, bis es nicht mehr geht, auch wenn ein Löchlein drin ist. Kann ja geflickt werden…

      Liebe Grüße, Stefanie*

  3. Februar 3
    Reply

    Hallo Stefanie,

    ich habe ganz langsam, über Jahre hinweg, meinen Kleiderschrank umgestellt. 2009 hab ich mir mein erstes, fair produziertes T-Shirt gekauft. Second Hand/Flohmarkt war eher kein Thema. Hier bin ich jetzt. Und auch an dem Punkt, dass ich mich recht gut im Griff habe, heißt, ich gehe in keine Fast Fashion Häuser, kaufe kaum aus dem Impuls heraus (ganz selten passiert das trotzdem mal ab und an) und kaufe nur, was ich brauche.

    Das ging aber nicht von heute auf morgen, sondern hat Jahre gebraucht. Es waren ca. 2 Jahre, um von den Impulskäufen “loszukommen”, um Fast Fashion Labels komplett den Rücken zu kehren. Parallel dazu hab ich mich immer mehr mit Fair Fashion auseinandergesetzt und mich langsam an die höheren Preise (ja, die gibt’s doch, wenn ich nicht bei Billigketten eine Jean aus Bio-Baumwolle kaufe und glaube, das sei jetzt Fair Fashion) gewöhnt. Seit ca. 3-4 Jahren bin ich “clean”.
    Ich hab mich von bio fairer Unterwäsche zum Second Hand-Mantel quasi hochgearbeitet und mein eigenes Modell entworfen, wie man seinen Kleiderschrank step by step auf nachhaltige Mode umstellen kann. Ich hab 6 Schritte entwickelt, klammere in meinem Beitrag von 2015 Second Hand und Flohmarkt aber noch völlig aus. Aber vielleicht interessiert’s dich trotzdem mal vorbei zu schauen: https://www.ichmachesanders.com/2015/07/01/6-schritte-zum-fairen-und-nachhaltigen-schrankinhalt/

    Liebe Grüße

    Sabrina

    • Februar 5
      Reply

      Wow, das ist ja super. So ähnlich fand das bei mir auch statt, nur dass ich Flohmarkt und Second Hand eben schon seit Kindheitstagen kenne, sodass ich mich damit schon immer wohl gefühlt habe.

      Dein Beitrag ist eine super Ergänzung, ich werde ihn direkt in meinem Beitrag nachverlinken 🙂 Danke dir.

      Liebe Grüße, Stefanie*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.