Gastbeitrag: Sinnvoll recyceln – Ein Leitfaden

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Die Erde versinkt im Müll…

„Die Erde steht vor ihrer völligen Vermüllung“, titelte die Welt am 30. Oktober 2013. Derzeit produziere die Weltbevölkerung 3,5 Millionen Tonnen Müll pro Tag, Forscher prognostizieren bis zum Jahr 2100 gar 11 Millionen Tonnen Abfälle pro Tag, wenn sich am Verhalten der Menschen nichts ändert. In den Weltmeeren machen sich die Folgen der immensen Abfallmengen bereits in gewaltigen Müllstrudeln bemerkbar.

 

Wie gut funktioniert Recycling in Deutschland wirklich?

Diese Zahlen machen deutlich, dass sich unbedingt etwas ändern muss, damit es eben nicht so weit kommt. Dabei ist nicht nur die Politik gefragt, sondern auch jeder Einzelne. Das oberste Ziel, das auch die Politik in der sogenannten Abfallhierarchie ganz oben ansetzt, sollte immer die Abfallvermeidung sein. Da Abfall leider nie ganz vermieden werden kann, folgt an zweiter Stelle die Wiederverwendung des Guts oder auch der Second-Hand-Use. Immerhin an Stelle drei von fünf in der Abfallhierarchie steht das Recycling, dass heißt, der Abfall wird aufbereitet, um daraus wieder vermarktungsfähige Sekundärrohstoffe zu gewinnen.

Darf man dem Bundesumweltministerium glauben, kommen wir auf die erstaunliche Recycling-Quote von 80 Prozent, gewerblicher Müll und Industrieabfälle mit eingeschlossen. Dann läuft doch alles rund hier bei uns in Deutschland, könnte sich der ein oder andere nun denken, was soll ich mir da noch Mühe geben. Aber Halt! Diese Zahl wurde schon von einigen Fachleuten als fragwürdig entlarvt, denn nimmt man das Müllverhalten der Menschen hier in Deutschland genauer unter die Lupe, so offenbart sich, dass eine Recycling-Quote von 31 bis 41 Prozent wesentlich realistischer ist. Das liegt daran, dass die Verluste beim Recycling bisher noch sehr hoch sind.

Das hat mehrere Gründe: Zum einen wird Müll immer noch sehr häufig falsch getrennt. So gibt es etwa 50 Prozent Fehlwürfe (zum Beispiel weil Hausmüll statt Verpackungen in der gelben Tonne landen) in Großstädten, die aussortiert und verbrannt werden, aber trotzdem als recycelt mitgezählt werden. Auch der Anteil der stofflichen Verwertung von Plastikabfällen liegt bei gerade mal 12 Prozent. Aus Einweg-Plastikflaschen entstehen zudem selten neue Behälter und im Hausmüll enthaltener Kunststoff oder Papier ist häufig so verunreinigt, dass er nur noch verbrannt werden kann. Immerhin, das Recycling von Glas und Papier funktioniert in Deutschland schon ganz gut, hier werden tatsächlich 80 Prozent recycelt.

 

Recycling? Ja, aber richtig!

Wer kann, sollte so weit es geht Abfall vermeiden oder ihn, falls möglich, für etwas anderes wiederverwenden. Sobald beides nicht geht, wird allerdings Recycling interessant. Die oben genannten Fehlwürfe in Großstädten zeigen, dass immer noch viele Menschen nicht wissen, welcher Müll wohin gehört und was überhaupt recycelt werden kann. Daher sollen im Folgenden alltagstaugliche Tipps gegeben werden, was wie recycelt werden kann.

 

Tipp 1: 

Jeder nutzt sie und keiner kann im Alltag mehr ohne auskommen: Elektrogeräte. Doch selbst die langlebigsten Elektrogeräte geben früher oder später mal den Geist auf und schon stellt sich die Frage: Wohin jetzt damit? Auf keinen Fall solltest du den Fehler machen und deinen kaputten Fernseher oder den ausgedienten Staubsauger einfach achtlos in den Restmüll werfen. Abgesehen davon, dass diese Geräte dort einfach nicht hingehören, ist ihre Entsorgung im Restmüll auch schlichtweg gesetzlich verboten und das aus gutem Grund: Elektronischer Müll erhöht das Risiko von Emissionen für die Umwelt enorm. Emissionen sind Ausstöße von gasförmigen oder festen Stoffen, die Luft, Boden oder Wasser verunreinigen. Elektroschrott ist auch viel zu wertvoll für die Tonne. Stattdessen solltest du dir die Mühe machen und kaputte Elektrogeräte zu einem Recyclinghof in deinem Ort bringen, wie zum Beispiel dem Recyclingunternehmen München. Dort weiß man, wie diese Geräte recycelt werden können.

Tipp 2: 

In den Restmüll gehören nur Abfälle, die nicht sinnvoll wiederverwendet oder entsorgt werden können.

Tipp 3: 

Wenn ihr euren eigenen Kompost sammelt, den ihr später als Dünger verwenden wollt, solltet ihr dort keine Essensreste (wie etwa Reste von Fleisch, Wurst oder Käse) hineinwerfen, denn das ist sehr unhygienisch und zieht Schädlinge wie Ratten an. Wenn ihr keinen eigenen Komposthaufen habt, also euren Abfall über die Bio-Tonne entsorgt, sieht es schon wieder anders aus. Eine verbindliche Festlegung von Bioabfällen trifft der lokale öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger. Da müsstet ihr euch bei der Abfallwirtschaftsstelle eurer Kommune informieren.  Grundsätzlich könnt ihr aber nicht viel falsch machen, wenn ihr dort Gartenabfälle, Eierschalen, Gemüse- und Obst-Abfälle sowie Teebeutel und Kaffeefilter entsorgt. Auch Speisereste können dann in der Biotonne entsorgt werden.

Tipp 4:

Bei Verpackungen und Kunststoff scheiden sich die Geister. Tatsächlich kann hier nur ein kleiner Teil von 12 Prozent wiederverwendet werden. Der Rest wird nach China exportiert oder verbrannt. Daher solltet ihr Plastik so oft, wie es nur geht, vermeiden. Geht zum Beispiel lieber mit Stoffbeuteln einkaufen oder kauft eure Lebensmittel in verpackungsfreien Supermärkten, wenn es so etwas in eurer Stadt gibt. Lassen sich Verpackungen dennoch nicht vermeiden, so gehören sie in die grüne Tonne.

Tipp 5:

CDs und DVDs werden am besten an Sammelstellen abgegeben. Die gibt es in der Regel in jeder Stadt. Am besten recherchiert ihr diese im Netz. Sie bestehen aus dem wertvollen Kunststoff Polycarbonat und einer dünnen Metallschicht. Wenn sie ohne Hülle gesammelt werden, kann man den Kunststoff von der Metallschicht trennen und das Polycarbonat anschließend sogar zur Herstellung von Brillengläsern wiederverwenden. Daher sollten sie nicht im Hausmüll entsorgt werden.

Tipp 6:

Auch Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren sollten getrennt gesammelt und abgegeben werden, dafür gibt es ebenfalls entsprechende Sammelstellen. Vor allem Energiesparlampen dürfen allein gesetzlich nicht einfach über den Hausmüll entsorgt werden, denn sie enthalten schädliche Stoffe wie Quecksilber, die der Umwelt schaden können. Das Recycling von Leuchtstoffröhren wäre eigentlich sehr sinnvoll, da sie sowohl Edelgase als auch seltene Erden enthalten, die sich langfristig recyceln lassen. Allerdings gibt es dafür bisher noch keine sinnvollen technischen Verfahren. Dennoch können Leuchtstoffröhren in Baumärkten abgegeben werden, wo sie deponiert werden und eventuell zukünftig noch mal verwendet werden können.

Tipp 7:

Batterien und Akkus werden ebenfalls in Sammelstellen abgegeben, da sie genau wie Energiesparlampen auch den schädlichen Stoff Quecksilber enthalten.

Tipp 8:

Auch für Medikamente gibt es bisher noch keine Möglichkeiten, diese sinnvoll zu recyceln. Aktuell werden abgelaufene Medikamente einfach im Restmüll entsorgt. Allerdings sollten Medikamente wie z.B. Antibiotika nicht einfach im Restmüll entsorgt werden, da sie ins Grundwasser gelangen und dieses damit verunreinigen können. Fragt bei der Apotheke eures Vertrauens nach, ob diese alte Medikamente zurück nehmen und fachkundig entsorgen können.

Tipp 9:

Auch wenn es gerade den Frauen unter uns schwer fällt: Kauft nur so viele Klamotten, wie ihr wirklich braucht und schmeißt Kleidung, die ihr nicht mehr tragt, nicht einfach weg. Diese eignen sich nämlich ideal für den Second-Hand-Gebrauch. Vielleicht habt ihr Freunde oder Bekannte, die daran Interesse haben. Oder ihr gebt eure Kleidung in Second-Hand-Läden ab.

Tipp 10:

Auf Papier kann sicher niemand im Alltag verzichten. Umso wichtiger ist es, nur recyceltes Papier zu kaufen und dieses im Idealfall beidseitig zu bedrucken. Denn von den 22, 6 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe, die jedes Jahr produziert werden, werden nur 15,3 Millionen Tonnen wiederverwendet. Wenn ihr also die Natur schonen und das Fällen von immer mehr Bäumen verhindern wollt, greift ihr auf recyceltes Papier zurück und bringt altes Papier zu einer Sammelstelle.

 

Wie ihr anhand der Tipps nachvollziehen konntet, ist Recycling enorm wichtig für unsere Umwelt und letztlich ist es im Alltag auch gar nicht so schwer umzusetzen. Wann immer ihr Müll nicht vermeiden oder Gut nicht wiederverwenden könnt, solltet ihr versuchen, so viel wie möglich zu recyceln.

 

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Recycling

http://www.sueddeutsche.de/wissen/muell-kreislauf-das-deutsche-recycling-maerchen-1.3491734

https://haushaltsfee.org/haushalt-garten/10-ideen-fuer-sinnvolles-recycling-im-haushalt/

http://recyclingportal.eu/Archive/28804https//

https://reset.org/act/produkt-recycling-kontra-wegwerfgesellschaft

https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article121373995/Die-Erde-steht-vor-ihrer-voelligen-Vermuellung.html

http://www.cassapeia.de/14-recycling/56-welche-materialien-und-gegenst%C3%A4nde-kann-man-recyceln

http://www.bmub.bund.de/themen/wasser-abfall-boden/abfallwirtschaft/abfallarten-abfallstroeme/bioabfaelle/das-gehoert-in-die-biotonne/

 

 

 

 

 

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Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

17 Comments

  1. September 8
    Reply

    Ein toller Beitrag mit vielen einfachen Tipps! Ich hoffe wir werden alle ein bisschen umweltbewusster – hier ist nämlich noch viel zu tun!

    Liebe Grüße
    Verena

    • Sternchen
      September 8
      Reply

      Das wäre super!

    • Sternchen
      August 29
      Reply

      Auf jeden Fall. Es würde nicht schaden, wenn ein paar mehr Leute sich am Recycling beteiligen würden…

  2. August 28
    Reply

    Das sind echt tolle Tipps!

    Ich würde mich sehr freuen, wenn wir hier in der Schweiz auch mehr machen könnten!!!

    Danke Dir für den tollen Bericht!

    Hab einen schönen Abend!

    xoxo
    Jacqueline

    • Sternchen
      August 29
      Reply

      Es gibt doch aber sicherlich in der Schweiz auch ein Recycling-System oder?

  3. August 28
    Reply

    Recycling ein sehr wichtiges Thema! Toller Bericht und gute Tipps, wie alle sollten mehr auf die Umwelt achten.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    • Sternchen
      August 29
      Reply

      Da hast du absolut recht. Wenn wir unseren Nachkommen nicht eine kaputte Erde hinterlassen wollen, dann sollten wir gemeinsam darauf achten….

  4. August 28
    Reply

    Fabelhafter Beitrag und ein wirklich wichtiges Thema – da ist ein Denkanstoß immer gut und kann keinesfalls schaden! Dankeschön für den tollen Input und die zahlreichen Infos.

    Ganz liebe Grüße
    Marjorie

    • Sternchen
      August 29
      Reply

      Schön, dass du das so siehst. Freue mich sehr…

  5. August 28
    Reply

    Huhu,

    klasse Tipps und toll recherchiert!!! Wahnsinn.

    Lg
    Steffi

    • Sternchen
      August 29
      Reply

      Habe ich sehr gerne veröffentlicht 😊

  6. August 28
    Reply

    Danke für den tollen Beitrag! Viele deiner Tipps kannte ich schon und berücksichtige ich auch im Alltag 🙂 Das mit den CDs/DVDs war mir aber auch absolut neu 🙂

    • Sternchen
      August 29
      Reply

      Hallo Nadine. Sehr schön, ich freue mich immer, wenn ein paar Leute sich auch in ihrem Alltag mit meinen Themen beschäftigen. 😊

  7. August 28
    Reply

    Liebe Stefanie, vielen Dank für diesen ausführlichen, gut recherchierten und wirklich hilfreichen Artikel! Da konnte ich wirklich viel lernen. Nie hätte ich gedacht, dass es bis zu 50 Prozent Fehlwürfe gibt. Da gibt es anscheinend noch einigen Aufklärungsbedarf. Danke, dass du mit deiner Arbeit dazu beiträgst, die Welt zumindest ein kleinwenig lebenswerter zu machen. Vor allem deine Tipps finde ich sehr hilfreich. Ich freue mich auf weitere informative Artikel hier auf dem Blog und schaue jetzt öfters mal vorbei.

    Alles Liebe
    Julia von roadheart.com

  8. August 27
    Reply

    Vielen Dank für die guten Tipps. Ich achte sehr auf die Umwelt und finde es klasse, wie du hier informierst.

    • Sternchen
      August 27
      Reply

      Ich auch. Recycling ist dabei ein großer Faktor 😊

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