Minimi – Der Minimalismus und ICH

Minimalismus!

Minimalismus ist gerade ein großes Thema und auf meinen Recherchen stoße ich häufig auf Berichte und Blogs rund um das Thema Minimalismus. Super interessant wie ich finde!

Was ist also Minimalismus in unserer Zeit? Warum ist das gerade in aller Munde und warum machen da so viele Menschen mit?

Minimalismus kann ja erstmal alles sein. Z.b. gibt es minimalistische Musik. Gerade in den elektronischen Breitengraden sehr beliebt oder auch nicht geliebt! Aber davon möchte ich hier garnicht schreiben. Ich möchte vom Minimalismus, einer vereinfachten Lebensführung, schreiben.

 

„Minimalismus bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft sieht. Seine Anhänger versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmteres, erfüllteres Leben zu führen.“ (Quelle: Wiki)

 

Also geht es darum, Konsum zu verweigern! Ja auch. Es geht aber auch darum, mit so wenig Besitz, wie einem möglich ist zu leben. Wer den Minimalismus zu 100 % lebt, hat seine Besitztümer meist radikal minimiert. Gekauft wird, wenn überhaupt nur Secondhand. Ansonsten wird vieles geliehen oder auch mal von Freunden abgelegte Sachen angenommen. Ein weiterer Aspekt ist, dass sehr auf Nachhaltigkeit und Müllvermeidung geachtet wird und dadurch der Tausch wieder einen höheren Stellenwert hat.

Total interessant oder? Ich selbst erkenne mich oftmals wieder, wobei ich mich niemals als Minimalisten bezeichnen würde, aber bin ich vielleicht doch einer, ganz unabsichtlich, geworden? Let’s see…

Ich bin z.B. eigentlich schon immer überfordert gewesen, an der Vielzahl von Produkten, die es zu kaufen gibt. Freunde wollten mit mir nicht in einen Supermarkt gehen, da ich keine Entscheidungen treffen konnte und ewig die Produkte angeschaut, verglichen und inspiziert habe. Bei einer Auswahl von 20 gleichen und doch unterschiedlichen Produkten doch ganz normal oder?? Zu viele Entscheidungsmöglichkeiten für mich!! Wo ich früher tatsächlich noch shoppen als Ausgleich angesehen habe, überfordert es mich heute! Ich habe einfach keine Lust mehr zu konsumieren bzw. habe ich keine Lust mehr so zu konsumieren, wie die große Lobby-Wirtschaft es von uns allen fordert! Es geht nicht nur darum, dass es zu viele Entscheidungsmöglichkeiten gibt, NEIN, es ist auch so, dass wir täglich tausenden von Informationen ausgeliefert sind! Kein Wunder, dass viele aus der Stadt heraus wollen und sich ein schönes Plätzchen im Grünen suchen. Irgendwo, wo keine Informationen auf einen einprallen, wenn man es nicht möchte.

Da draußen werden sie u.a. gegründet und gelebt, die neuen Gemeinschaften, die sich oftmals auch selbst versorgen. Man teilt und jeder bringt seine Fähigkeiten mit ein! Eine schöne Vorstellung oder?

 

Generation Y

Ich würde nicht so weit gehen, dass unsere Generation die Veränderung ist, aber wir machen auf jeden Fall einen riesigen Schritt in die richtige Richtung! Wir haben großteils erkannt, dass es nicht darum geht, große Besitztümer zu haben. Dafür lohnt es sich einfach nicht zu arbeiten. Wir wollen alle Freiheit! Und wie genau bekommen wir diese am Besten? Na dadurch, das wir nicht mehr soviel brauchen und besitzen! Umso weniger man hat und zahlen muss, umso leichter fallen einem auch Entscheidungen!

 

weniger Besitz = weniger Geld = weniger Arbeiten = mehr Freizeit

 

Klasse oder? Ist das schon der Schlüssel zum Glück? Ja vielleicht!

In unserer Gesellschaft scheinen alle unsere Grundbedürfnisse befriedigt zu sein. D.h. uns geht es grundlegend gut. In solchen Gesellschaften ist es möglich, sich mit der Gestaltung seinen eigenen Lebens zu befassen und damit um Nachhaltigkeit! Die gesellschaftlichen Normen ändern sich! Wir in der westlichen Welt haben eigentlich das Glück uns das heraus zu nehmen. In ärmeren Gesellschaften geht es um das tägliche Überleben. Unser Glück ist aber auch unser Pech, denn der Großteil unserer Gesellschaft hat verlernt oder auch nie gelernt, zu hinterfragen, warum das alles so ist! Somit laufen manche unserer Mitmenschen, wie Lemminge durch die Welt ohne darauf zu achten, was sie im täglichen Leben mit ihrer Lebensweise für Schaden anrichten. Sie lassen sich führen und blenden.

Das uns noch viele andere Gründe, wie Berichte über Massentierhaltung, menschenunwürdig Produktionsbedingungen, Verschwendung von Lebensmittel bringen viele doch zum Nachdenken. Wir hinterfragen mehr, was wir kaufen und verzichten lieber, wenn wir es nicht vertreten können.

 

Minimalismus und doch Konsument?

Gerade eben hatte ich noch eine kleine Diskussion mit meinem Freund über den Minimalismus und dabei öffnete sich mir noch eine andere minimalistische Lebensweise, die ich zuvor nicht in Betracht gezogen habe.

So sagte er, dass es wohl auch Minimalisten gäbe, die wenig besitzen aber trotzdem konsumieren. Sie konsumieren z.B. ein Produkt und geben dafür eins weg! Ist das dann noch Minimalismus? Ich sagte erstmal rotzfrech: NEIN! Das geht auf gar keinen Fall! Minimalismus ist doch Verzicht und gegen den Konsumwahn! Nach einigen Überlegungen, muss ich aber dennoch gestehen, dass da doch etwas dran ist.

Minimalismus kann sich ja letztendlich jeder für sich selbst auslegen. Es gibt ja keine festgeschriebenen Regeln, die gelten! Es ist letztendlich wie bei allem, jeder tut das maximalste, um unsere Welt ein bißchen besser zu machen. Bei manchen Menschen heißt das eben, dass sie sich einer Sache zu 100 % hingeben und bei anderen ist es so, dass sie soviel Hingabe für eine Sache haben, wie ihnen eben momentan möglich ist! Besser als nichts, das darf man nicht verkennen! Das ist auch wichtig, denn ich bin auch so ein Mensch. Ich entwickle mich stetig und entdecke stetig! Und wenn man eine Tür öffnet, befinden sich meist dahinter 100 neue Türen…

 

Geben und Nehmen

Ob jetzt Minimalismus oder nicht, aber was ich schon lange Lebe bzw. Auslebe ist, dass das Geben und Nehmen nicht nur von Mensch zu Mensch funktioniert. Wenn man einmal eine ganze Weile am Reisen war, dann geht es nicht mehr darum zu Besitzen, sondern mehr darum zu Geben und zu Nehmen. Du gibst dem einen etwas und von einer ganz anderen Stelle bekommst du irgendwas. Das ist universal und funktioniert sehr gut. Nachmachen lohnt sich!!!

 

 

Minimalismus ist auch ein wenig Maximalismus – sich von Zwängen zu befreien und das Maximum an Selbstbestimmung und an einem erfüllten Leben zu erreichen. Ganz Bewusst!

 

Ich persönlich habe mein Augenmerk auf die Müllvermeidung gelegt, das geht einher mit Konsumverzicht, aber eben in Maßen! Ich shoppe eigentlich sehr selten Kleidung und finde gerne Alternativen zu vielen alltäglichen Dingen. Viel kann man ja selbst machen, somit erfinde ich mich ständig neu. Erst kürzlich habe ich angefangen ein neues Thema auf meinem Blog zu beginnen. Zero Waste. In diesen Berichten möchte ich in gewissen Abständen darüber berichten, wie ich meinen Alltag an ein müllfreies Leben anpasse! Sehr spannend wie ich finde!

Wie lebt ihr das eigentlich so? Seid ihr oder kennt ihr vielleicht Minimalisten, die das Thema noch einmal ganz anders für sich ausgelegt haben?

Freue mich auf eine kleine Diskussion!

 

maximal minimalistische Liebe, Sternchen

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

5 Kommentare

  1. Dezember 30
    Antworten

    Toller Artikel und interessant, wie unterschiedlich die Menschen dieses Konzept auslegen. Ich bin da weniger streng mit mir, wir wollen unsere Besitztümer nicht auf das absolute Minimum reduziieren. Dafür habe ich einfach viel zu gerne schöne Dinge um mich. ABER wir wandern leidenschaftlich gerne, sind auch mal mehrere Tage lang mit Zelt unterwegs und das ist immer eine sehr schöne Erfahrung zu erkennen, mit wie wenig man eigentlich auskommt (zumindest im Sommer).

    Für mich war das damals wie ein Befreiungsschlag, als ich begann, mich ernsthaft mit dem Konzept auseinander zu setzen. Ich erkannte, dass ich meine eigenen Bedürfnisse wichtig nehmen soll und nicht Geld für Dinge oder Erlebnisse ausgeben möchte, die mir nichts bedeuten. Das hat mir schon ziemlich geholfen.

    Liebe Grüße, Daniela

    • Sternchen
      Dezember 31
      Antworten

      Finde ich auch. Jeder interpretiert den Minimalismus anders und du hast absolut Recht, dass man seine eigenen Bedürfnisse ernst nehmen soll. Ich tue das auch, bin wohl manchmal etwas zu streng mit mir selbst. Das ist der kleine Perfektionist in mir, ‘ganz oder garnicht’. Ich mach mich einfach locker….

      BTW Guten Rutsch:)

  2. Hallo
    Toller Artikel. Und so treffend. Sind aus der Stadt auf’s Land “geflüchtet”. Haben ein altes Häuschen gekauft und ich muss weniger arbeiten als wo wir noch in der Stadt gewohnt haben.
    Habe auf meinem Blog eine Zero Waste Reihe gestartet in der es auch darum geht Gemüse im eigenen Garten abzubauen.
    Da viel zu viel produziert wird was am Ende doch nur in der Tonne landet.
    Liebe Grüße
    Desiree

    • Sternchen
      Juni 2
      Antworten

      Hallo Desiree,

      Vielen Dank. In der Zukunft sehe ich mich auf irgendwo draußen, am liebsten mitten im Grünen.

      Du hast absolut recht, es wird viel zu viel produziert und leider zuviel weggeworfen. Ich habe meinen kleinen Balkon auch bepflanzt, aber aufgrund der Größe nur mit einigen kleineren Sachen 🙂 Darüber wollte ich aber auch noch mal einen Beitrag schreiben.

      Liebe Grüße aus Berlin
      Sternchen

  3. joey
    Mai 15
    Antworten

    In vielen Dingen ist weniger Mehr! Früher hatte ich das Gefühl mit jedem Stück mehr Konsum etwas mehr Glück zu erreichen. Doch musste ich feststellen das mich die Fülle an Gegenständen in meinem Umfeld mich immer weiter von meinem Weg abgebracht haben. Mir viel es immer schwerer mich auf das wesentliche zu konzentrieren. Wie du schon beschreiben hast, die Menge an Entscheidungen die man treffen muss, rauben einen nicht nur Zeit sondern auch ein Stück seiner Kreativität.

    Wirklich toll geschrieben Sternchen 😉

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