Zero Waste – Null Abfall oder Recycling

Zero Waste (=engl. für ‘Null Abfall’ oder ‘kein Verlust’) ist mittlerweile ein relativ bekannter Begriff, denn bei Zero Waste, geht es, wie der Name schon sagt, darum keinen Abfall zu produzieren.

Mein Hauptthema auf diesem Blog ist Upcycling, jedoch wurde mir dadurch auch klar, dass sich mein Leben um noch viel mehr dreht bzw. kam ich auch durch den Blog und meine Recherchen dazu, auf viele andere nachhaltige Themen, die ich auch in meinen Alltag zu integrieren versuche. Nachhaltigkeit zieht sich somit durch alle Facetten meines Lebens. Zero Waste ist dabei eine Sache, denn ich versuche meinen Müll im Allgemeinen, aber ganz besonders den Plastikmüll zu reduzieren.

Hierzu bin ich auf z.B. auf Facebook in verschiedenen Gruppen unterwegs, hole mir Tipps oder gebe auch mal Tipps. Manchmal bin ich aber auch nur stiller Mitleser. Das ist absolut interessant und bringt einen großen Mehrwert für mein Handeln im täglichen Wahnsinn gegen den Müll.

Müll von einem gesamten Jahr im Glas

Vielleicht habt ihr auch schon verschiedene Fotos auf Instagram oder Facebook von der Zero Waste Bewegung gesehen. Da gibt es nämlich diese, die ihren Müll von einem Jahr in ein Einmachglas packen und damit zeigen, wie erfolgreich sie waren. Mein absoluter Respekt, wenn ich da an meinen Müll von nur einem Monat denke.

Wie schafft man es überhaupt keinen Müll a la Zero Waste mehr zu verursachen?

Und hier scheiden sich die Geister. Ich habe mich wirklich gefragt, wie ist es in unserer Welt möglich wenig bis gar keinen Müll zu hinterlassen? Müll auf ein Minimum zu reduzieren ist kein Problem, das machen uns genügend Menschen bereits vor, was aber immer anfallen wird sind z.B. Briefumschläge, denn wir erhalten Post. Auch wenn meine Umgebung weiß, dass ich sehr darauf achte, keinen Müll zu produzieren, sind viele nicht so achtsam. Manches mal bin ich auch nicht achtsam. So bekomme ich eben auch manchmal einen Drink mit einem Plastikstrohhalm. Es gibt weitaus mehr Beispiele, aber darum geht es nicht. Für mich bedeutet Zero Waste eben kein MÜLL und dabei frage ich mich dann, ist es überhaupt möglich in unserer Gesellschaft eine Null Müll Theorie auszuleben? Ja, Nein, Vielleicht?

Es gibt nun auch die Menschen, die bei Zero Waste davon ausgehen, dass alles was recycelbar ist auch kein Müll ist, da es ja recycelt werden kann. Darunter fällt dann Plastik, Papier, Glas, Aluminium u.a. Materialien. Ja richtig, kann alles recycelt werden und das lassen wir uns nicht nehmen, denn im recyceln sind wir gut. Finde ich auch gut so! Aber ist das dann wirklich Zero Waste?

In einer Zero Waste Facebook-Gruppe wurde folgendes dazu diskutiert:

Person A: “Für mich stellen sich einige Fragen bei Zero Waste, da es mir irgendwie ziemlich unrealistisch erscheint, dass jemand nur ein Glas mit all seinem Abfall hat, sowie bei diesen bekannten Zero-Waste-Leuten. Wie ist das mit dem Müll aus dem Staubsaugerbeutel? Oder im Flugzeug, ist ja auch alles Einweg, beim Essen!”

Person B: “In dem Glas ist nur der Restmüll. Alles, was recycelt werden kann zählt nicht. Daher auch kein Biomüll, kein Plastikmüll, kein Glasmüll, kein Alumüll, kein Papiermüll. Mir persönlich geht daher dieses “1-Glas-Ding” nicht weit genug. Ich versuche den gesamten Müll zu reduzieren. Nicht jeder Müll kann wirklich recycelt werden. Gerade beim Kunststoffmüll landet sehr viel daher in der thermischen Verwertung! Auch bei Papier wird nicht alles recycelt, sondern viel thermisch verwertet! Wenn es nur um den Restmüll geht, würde ich schon 20 Jahre zero waste leben, aber das stimmt so eben nicht. Wirklich müllreduziert lebe ich erst das 4. Jahr.”

ICH: “Interessant, wo doch Zero Waste für mich immer Null, also gar kein Müll bedeutet hat. Ich habe mich teilweise sehr unter Druck gesetzt, weil ich auch ein ‘Glas ohne Müll’ erreichen wollte. Das wirft natürlich alles über Board, das Glas kann ich so auch erreichen. Hab ich wahrscheinlich auch schon längst. Nun vielleicht ist es für jeden nochmal eine persönliche Auslegungssache. Ich für meinen Teil, versuche einfach so gut wie möglich keinen Müll zu verursachen. D.h. Möglichst keine Verpackungen, vor allem aber kein Kunststoff…”

Zero Waste = kein Restmüll 

Wie bereits geschrieben, meine Auffassung war eben eine Andere. Macht aber nichts, denn wir sollen am Ende alle das machen, was wir für richtig halten. Wenn es das Glas mit dem wenigen Restmüll ist, dann ist das so! Wäscht aber das Thema Müll für mich etwas weich, denn wir haben auf diesen Planeten ein echtes Problem mit Plastik. Plastik ist überall und wie wir wissen, mittlerweile auch in den Meeren und zerstört so Stück für Stück unser Ökosystem.

Leider gibt es auch zahlreiche Hinweise darauf, dass die Müllindustrie und dazu gehört eben auch die Recycling-Industrie Schindluder betreibt. Die Recycling-Zahlen werden beschönigt. Gerade erst in Schweden, die als die Weltmeister des recycelns gelten, kam heraus, dass ein großer Teil des Recycling-Mülls verkauft wird. Verkauft um verbrannt zu werden! Super Kreislauf der Wiederverwertung und glaubt nicht, dass es bei uns anders läuft. Was uns also bleibt, um selbst ein wenig die Kontrolle darüber zu bewahren, ist Müll, insbesondere Plastikmüll, erst garnicht entstehen zu lassen!

Ein tolles Video, dass ich gerade erst auf Utopia entdeckt habe bringt es auf den Punkt:

Ein sehr positives Beispiel hinsichtlich Müllvermeidung und Zero Waste bringt Shia von Wasteland Rebel. Sie verzichtet auch auf Plastik- und anderen Verpackungsmüll und schafft es tatsächlich nur ein 750 ml Glas voll mit ihrem Jahresmüll zu zeigen. Und das unglaubliche daran ist, dass der Müll von ihr und ihrem Mann ist, also von zwei Personen. Crazy oder? Davon bin ich sicherlich noch ein ganzes Stück entfernt…

Tue was du für richtig hältst, es wird immer jemanden geben, der anders denkt

Ich möchte gar nicht den Moralapostel spielen und vor allem möchte ich Leuten nicht unterstellen, sie würden ihren Weg nicht richtig gehen. Ich habe mir nur nach dieser aufklärenden Diskussion auf Facebook Gedanken gemacht, da meine Auffassung eine absolut andere war. Das habe ich auch schon in früheren Beiträgen wie z.B. Zero Waste – Start in ein müllfreies Leben oder A little less waste – Heldin des Alltags. Was ich aber daraus mitgenommen habe ist, dass alles am Ende eine eigene Auslegungssache ist und die Schwerpunkte manchmal eben anders verteilt sind. Es gibt keine Regeln, denen man folgen muss. Ganz nach dem Motto: “Alles kann, nichts muss!”

Zum Abschluss möchte ich euch noch ein paar einfache Zero Waste Tipps mitgeben, ganz leicht nachzumachen…

10 einfache Zero Waste Tipps

1.  kaufe verpackungsfrei ein
2.  trinke Leitungswasser
3.  verwende Mehrwegalternativen
4.  leihe statt zu kaufen
5.  kompostiere deinen Biomüll
6.  benutze eigene Einkaufsbeutel
7.  reduziere deinen allgemeinen Konsum
8.  koche frisch ohne Fertigzutaten
9. repariere deine Sachen
10. putze mit Essigessenz

Ich habe auch noch einiges vor mir. Mal klappt es besser, mal weniger. Lasst euch nicht entmutigen und habt vor allem viel Spaß beim Müll reduzieren, recyceln, upcyceln und was ihr sonst so macht 🙂

Liebst, Sternchen*

 

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Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

6 Comments

  1. März 16
    Reply

    Kann es sein, dass diese Zero-Waste-Bewegung zur Religion erhoben wurde?
    Ich halte dieses 1-Glas-Dingens für sehr provokant und in einem normalen Haushalt, in dem man sich auch noch auf andere Dinge konzentriert, schwer praktikabel.
    Aber wir bemühen uns!
    LG Sabienes

    • Sternchen
      März 17
      Reply

      Hallo Sabine,
      wenn ich darüber nachdenke, frage ich mich auch, ob es nicht doch etwas mit Religion zu tun hat 😀 Nein, im Ernst, es ist ja wie beschrieben auch Auslegungssache des Einzelnen! Wenn es für manche das Glas ist, dann soll es so sein. Hauptsache wir tun etwas gegen diesen vielen Müll!
      Liebe Grüße, Sternchen

  2. März 10
    Reply

    Hallo Sternchen,
    das ist ein sehr spannendes Thema, das mich momentan auch sehr beschäftigt. Toll, dass Du das aufgreifst. Mir ist nämlich aufgefallen, dass Zero Waste momentan sehr auf den Verpackungsmüll oder Restmüll reduziert wird. Dabei gibt es noch weiteren Müll: Giftstoffe aus Müllverbrennungsanlagen, die deponiert werden müssen – es ist nämlich nicht sofort alles weg, auch wenn man es verbrannt hat, weitere “gefährliche Abfälle” z.B. Baumaterialien, Chemikalien, Atommüll, CO2 usw. Die Dinge, die wir täglich konsumieren haben einen “Müllrucksack”, der versteckt ist. z-B: Wie wurden das Produkt produziert? Mit Strom aus Kernenergie? – Atommüll.
    Wer das Glück hat in einem Unverpackt-Laden einkaufen gehen zu können, hat auf den ersten Blick wenig Recyclingmüll zum Entsorgen. Das macht dann eben der Unverpackt-Laden anteilig für sie, der aber im Vergleich zu einem Supermarkt defintiv nur einen minimalen Bruchteil ausmacht. Wer keinen Unverpackt-Laden hat, tut sich dann oft zu einer privaten Einkaufsgemeinschaft zusammen und kauft dann im Großpack Getreide, Hülsenfrüchte, Zucker oder. Die Verpackung muss dann privat zum Recycling gegeben werden. Mehr Müll wurde dann aber nicht produziert als jemand, der einen Laden vor Ort hat, der lose verkauft. Damit will ich sagen, dass Recyclingmüll wie viele andere Müllarten auch zu Zero Waste gehören, aber nicht bei jedem augenscheinlich sind. Wenn jemand nahezu keinen Recyclingmüll oder Downcyclingmüll produzieren kann, kann man aber versteckt genauso viel haben, wie jemand, der etwas mehr produziert. An der Anzahl der Müllteilchen im Glas oder Recyclingbehälter ist das nicht auszumachen. Aber es ist ein gutes Symbol gegen unsere Wegwerfgesellschaft,
    Viele liebe Grüße
    Stefanie

    • Sternchen
      März 10
      Reply

      Hallo Stefanie,
      da hast du absolut recht. Den ganzen Prozess hinter einem Produkt vergißt man sehr schnell und der ist ja auch nicht unerheblich. CO2 ist ein ganz großer Faktor, der sich durch viele Bereiche zieht. Ich versuche auch da, meine Bilanz stehts im Blick zu behalten.
      Am Ende ist es wie du sagst, auch das Glas mit dem Restmüll ist am Ende ein gutes Symbol 🙂
      Liebe Grüße, Stefanie (aka Sternchen) 😀

  3. Hallo!

    Ich sehe das auch so, vor allem das Plastikmüllproblem. Thermische Verwertung ist nämlich nur schön reden finde ich.

    Natürlich ist es super, dass die Wärme, die entsteht genutzt wird. Aber alles wird einfach verbrannt. Und wenn dann einige damit kommen, dass der Plastikmüll faste den gleichen Brennwert hat wie Erdöl, finde ich den Vergleich trotzdem nicht richtig. Denn für 1 kg Kunststoff muss ein Vielfaches der Menge an Erdöl verwendet werden.

    Daher würde ich sagen, dass 1 kg Kunststoff keineswegs den gleichen Brennwert hat. Vielleicht kann die Welt vor dem Kunststoff wirklich erst gerettet werden, wenn es kein Erdöl mehr gibt!

    lg
    Maria

    • Sternchen
      März 9
      Reply

      Absolut, da stimm ich dir in jedem Punkt zu. Ich finde auch, dass Recycling eine super Sache ist, darum geht es auch garnicht. Wie wir wissen macht Kunststoff so viel mehr Probleme als wir je ahnen konnten… Darum lege ich auch mein Augenmerk besonders darauf…

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