Es ist Zeit für echte Helden/innen – Wir brauchen mehr Vorbilder

Seit bestehen des Blogs habe ich derzeit meine größte Pause eingelegt, aber so langsam komm ich wieder in den Schwung. Warum das so ist, habe ich im letzten Beitrag geschrieben

Lange Rede kurzer Sinn, ich bin einfach müde geworden. Müde geworden vom Mitschwimmen in einer Medienwelt von der ich mit der Zeit immer weniger halte und die mir immer weniger gibt. Die sozialen Medien sind so oberflächlich, selbst in der Öko-Nische geht es immer oberflächlicher zu. Ich mag den grünen Trend, aber nicht die Wichtigtuer, die die sich und nicht die gute Sache in den Vordergrund stellen. Ihr Lieben, ich weiß, nicht jeder ist so und ich habe bisher auch ganz viele tolle, überhaupt nicht oberflächliche Menschen kennen lernen dürfen und trotzdem fehlt mir insgesamt der Weitblick.

Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche

Gerade habe ich ein Buch förmlich verschlungen. Es heißt ‘Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche’ von Hannes Jaenicke, einem Schauspieler, Autor und Umweltaktivisten/Tierschützer. Einige von euch kennen Hannes Jaenicke sicherlich noch aus diesem Video aus meinem Beitrag
Konsum ist Macht, deine Macht um zu verändern.

Da steckt so viel Wahrheit drin oder? Wie dem auch sei, dass Buch ist genial und spricht mir aus der Seele. In so vielen Zeilen fand ich mich wieder und sagte des öfteren “Ja genau, sag ich doch immer”! Wüsste ich nicht, dass Hannes Jaenicke dieses Buch geschrieben hat, hätte ich es für mein eigenes gehalten 😀

Wir brauchen mehr Vorbilder und Helden/innen

Wie auch Hannes in seinem Buch in seinem Umfeld nach Vorbildern fragte, habe ich es ihm gleich getan und kam aber auf ein erstaunlich anderes Ergebnis. In meinem Umfeld wurden vor allem Sportler als Vorbild genannt, die so wörtlich “trotz Ruhm auf dem Boden geblieben sind” und ein paar auch soziale Verantwortung übernehmen. Mein Mann sagte seine Eltern wären seine Vorbilder. Diese Antwort hätte ich von niemanden erwartet, daher finde ich sie umso rührender.

Meine Freunde haben mir im Gegenzug ebenso die Frage gestellt, wer meine Vorbilder sind. Es gibt tatsächlich zwei, die mir beim Lesen des Buchs spontan eingefallen sind, alle anderen kamen beim weiteren Überlegen oder sind mir in letzter Zeit besonders aufgefallen. Ich möchte es Hannes gleich tun und Menschen nennen, die für mich Helden sind:

1. Waris Dirie

Waris Dirie ist in Somalia aufgewachsen und hat die Beschneidung der weiblichen Geschlechtsteile am eigenen Leib miterlebt. Sie floh als junger Teenager aus Somalia, wurde später ein erfolgreiches Model, war UN Sonderbotschafterin gegen die Beschneidung weiblicher Genitalien und ist heute Menschenrechtsaktivistin.

Ich bewundere sie, weil sie nie aufgegeben hat! Obwohl sie sehr viele schlimme Dinge erlebt hat und noch heute selbst darunter leidet, ist sie ein wichtiger Teil der Menschenrechtsbewegung gegen die Genitalverstümmelung von Frauen.

2. Malala Yousafzai

Von Malala hat man hier und da in den Nachrichten gehört. Eigentlich ist sie daher ziemlich vielen ein Begriff und das ist auch gut so. Ich habe mir vor einigen Monaten eine Doku über sie angesehen und wurde dabei richtig gefesselt. WOW, was für eine starke Persönlichkeit!

Malala ist aus dem Swat Tal in Pakistan, welches immer mehr in die Gewalt der Taliban kam. Sie schrieb auf einem anonymen Blog über ihre Ängste hinsichtlich der Taliban. Nachdem ihr Pseudonym aufgedeckt wurde, sprach sie öffentlich und trat für ihr Recht und das Recht aller Frauen auf Bildung ein. Malala wurde von den Taliban in ihrem Schulbus in den Kopf geschossen. Malala wurde nach Großbritannien, wo sie für längere Zeit im Koma lag und viele Operationen über sich ergehen lassen musste. Ihre Familie folgte. Malala überlebte und ist heute Kinderrechtsaktivistin, hat den Friedensnobelpreis erhalten, studiert in Oxford Philosophie, Politik und Wirtschaft und ist seit 2017 Friedensbotschafterin der UN.

Wir brauchen noch mehr Helden und Heldinnen

Schon beeindruckend oder? Mir ist im Übrigen aufgefallen, dass Frauen mehr weibliche Vorbilder haben und Männer eher männliche Vorbilder. Ich hoffe das führt jetzt zu keiner Genderdiskussion, das ist mir nur aufgefallen 😉

Weiter aber mit den Helden/innen und Vorbildern

3. Meine Oma

Meine Oma ist meine Heldin. Ich weiß, viele Omas sind Heldinnen, weil Omas eben meist aus diesem Material sind. Vielleicht ist es aber auch, weil sie einiges mehr an Weisheit und Empathie mit sich bringen. Die Geschichte meiner Oma ist aber deshalb so besonders, weil meine Oma sich um die Welt sorgte und trotz einer wunderbaren bayerischen Restaurants Vegetarierin wurde. Nachdem sie in Rente war bildete sie sich weiter und wurde Ernährungsberaterin, kaufte nur noch Bio und wollte somit die Welt auf ihre weise retten. Ich muss ehrlich sagen zu dieser Zeit habe ich das alles nicht verstanden, aber ich tue es heute umso mehr. Meine Oma ist mein absolutes Vorbild, wenn es um das Thema Ernährung und in großen Teilen auch um die Weltanschauung geht. Wenn Sie mitbekommen würde, was ich heute mache, wäre sie sicher stolz auf mich. Ich bin jedenfalls stolz auf sie, weil sie für mich zu den Vorreitern dieser Bewegung gehört.

4. Rigoberto Zamosa

Als ich so in der Welt herumreiste, bin ich durch mein Volunariat in Guatemala einem besonderen Menschen begegnet. Dem Guatemalteken Rigoberto Zamosa. Er hat das Projekt PROBIGUA ins Leben gerufen, bei welchem ich mein Voluntariat absolvierte. Mit dem Projekt möchte er vor allem den Kindern helfen Freude an Bildung zu haben und damit der hohen Analphabetenzahl (rd. 46 % im ganzen Land) entgegenwirken. Jeder sollte Zugang zu einer grundlegenden Bildung erlangen können. So erwarb er einen ausrangierten Schulbus aus den USA und baute diesen zu einer fahrenden Bibliothek um. Rigoberto hat schon mehrere Schulen in Guatemala gebaut und finanziert sein Projekt aus Spenden bzw. auch einer Sprachschule, welche zu dem Projekt gehört. Mehr dazu in meinem Beitrag ‘Ein Bildungsprojekt auf Rädern – PROBIGUA’.

5. Hannes Jaenicke

Ich bin absolut begeistert von Hannes. Wie ich oben bereits schrieb, traf das Buch genau meine täglichen Gedanken. Hannes ist ein Vorbild, weil er sagt was er denkt! In seiner Dokureihe ‘Im Einsatz für … (Elefanten, Delfine, Haie, Nashörner, etc.)’ widmet er sich gefährdeten Tierarten. Er stellt die absolut richtigen Fragen und gibt Antworten dazu. Ein absolutes Vorbild, weil er sich trotz des Fernsehrummels (ist ja auch Schauspieler) treu ist und seinen Bekanntheitsgrad für das Richtige einsetzt. Hut ab Herr Jaenicke und bitte unbedingt weiter so. Wir brauchen mehr von dieser Art!

 

Klar es gibt noch eine Menge mehr Vorbilder wie z.B. Sylvia Earle, Jane Godall, Anke Engelke usw. und auch die bereits verstorbenen sind nicht zu verachten, wie Martin Luther King, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, Mutter Teresa, aber ich möchte hier heute keinen Roman schreiben, deswegen lassen wir es mal bei den genannten.

Bist du auch ein Vorbild?

Was macht eigentlich ein Vorbild oder eine Heldin, einen Helden aus? Ich bezeichnete mich mal im Titel eines Beitrags als Heldin des Alltags , aber bin ich ebenfalls ein Vorbild? Ich kann es nicht sagen, aber ich schreibe diesen Blog, weil ich eine Stimme habe und aufklären möchte. Mich ärgert es manchmal, dass wir alle so viel wissen, aber noch zu viele von uns noch nicht verstanden haben, dass es eng wird. Wir leben über unsere Verhältnisse und andere werden dafür bestraft. Der Sommer war viel zu heiß und ich höre nur, das ist der Klimawandel. Ja genau das ist er, aber was tun wir, damit es nicht noch schlimmer wird? Mir fehlen die Worte! Ich werde immer mal wieder belächelt, weil ich in den Augen der anderen an einer Front kämpfe, die für sie schon lange als verloren gilt. Aber ehrlich, einfach nur dabei zusehen wie wir vor die Hunde gehen? Oder ist es die Bequemlichkeit bzw. eher Faulheit des Einzelnen!

Schön in der Herde bleiben und keinen Schritt nach außen wagen. Mir kommen da die drei Äffchen in den Sinn:

Nichts hören, nichts sehen, nicht sagen!

Wenn das unsere Mentalität ist, ist das sehr sehr traurig. Ich glaube nicht daran, ich glaube daran, dass wir mehr können, dass wir zusammen ganz schön viel bewegen können und dass wir das schaffen können. Vielleicht haben wir schon zu viel zerstört und das ist nicht wieder gut zumachen, aber wir können die Erde mit all ihren Lebewesen retten!

 

Klärt euch und andere in eurem Umfeld auf. 

Lasst euch von den Medien und der Politik nicht veräppeln, sondern bildet euch eine eigene Meinung und handelt. Informiert euch richtig!

Werde ein Vorbild für dein Umfeld und überzeuge nicht mit großen Reden, sondern mit Taten 🙂

 

Wer sind eigentlich deine Vorbilder? Und warum sind sie es? Würde mich riesig über deine Gedanken freuen…

 

mutige Heldengrüße

Stefanie*

 

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

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