Fair Reisen – Mein ökologischer Fußabdruck

[Photos by Svante Berg Photography]

Fair Reisen oder nachhaltig Reisen hat viele Aspekte. Auch wenn der Alltag recht einfach nachhaltig gestaltet werden kann, kann es beim Reisen zu einer Herausforderung werden. 

Bereits in früheren Beiträgen (Reisen #1 – Erste Überlegungen, Reisen #2 – Richtig packen, Reisen #3 – Achtsamkeit üben, Asien macht Umweltschutz, nachhaltiges Reisen in Sachsen) habe ich über nachhaltiges Reisen geschrieben. Ich habe mir Gedanken dazu gemacht auf welche Aspekte man im Einzelnen achten sollte.

Nach der Reise ist vor der Reise

Daher konnte ich sechs Punkte identifizieren, die ich vor und nach einer Reise betrachte. Je nach Reiseziel sind die Gegebenheiten unterschiedlich und sollten daher eingehend bedacht werden, sodass Mensch und Umwelt wertgeschätzt werden. Folgende Punkte sind für mich wichtig:

+ TRANSPORTMITTEL

+ UNTERKUNFT

+ KONSUMIEREN

+ KULTUR

+ AKTIVITÄTEN

+ MÜLL

Zu jedem Punkt habe ich meinen bisherigen Reisebeiträgen einige Anregungen und Tipps festgehalten, welche beim fairen Reisen berücksichtigt werden können bzw. sollten.

Mein ökologischer Fußabdruck

Da ich von mir selbst behaupten möchte, dass ich so ziemlich viel in meinem Alltag auf ein nachhaltiges Leben umgestellt habe und dabei sehr bedacht bin möglichst viel Müll als auch CO² einzusparen, fällt mir gerade bei dem Thema Reisen auf, dass ich ziemlich unzufrieden bin. Nennen wir das Kind beim Namen: Ich verbrauche beim Reisen viel zu viel CO²! Ich respektiere die verschiedenen Kulturen und alle Gegebenheiten, aber meine gewählten Transportmittel gehen nicht mit einer Klimaverträglichkeit einher.

Wie ich recherchieren konnte liegt das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen bei 2.300 kg CO² und meiner liegt darüber!

Ich checke immer gerne meinen CO² Fußabdruck (z.B. hier: Dein ökologischer Fußabdruck) und wäre da das Reisen nicht, wäre mein Verhalten mehr als löblich. Ist es aber nicht! Daher habe ich mal meine ganzen Reisen in 2017 im Detail aufgelistet, um herauszufinden wo ich genau stehe.

Fair Reisen – Transportmitttel-Berechnung

Im Folgenden zeige ich dir auf, wie ich meine Berechnungen zu den einzelnen Transportmittel aufgestellt habe.

+ FLIEGEN

Für die CO²-Berechnung der Flüge verwende ich atmosphair. Das geht super schnell und dazu wird direkt ein Kompensierungsbeitrag vorgeschlagen. Finde ich richtig gut, aber am Ende sollte das Fliegen weniger werden, damit ein Kompensierungsbeitrag erst gar nicht gezahlt werden muss.

+ AUTO

Die Berechnung meines ökologischen Fußabdrucks mit dem Auto habe ich über myclimate vorgenommen. Hier ist darauf zu achten, dass man das Ergebnis jeweils durch die Anzahl der Personen im Auto teilt.

+ BUS & BAHN

Es gibt zwar keine schöne Eingabemaske über eine Webseite, aber bei CO²-Emissionen vergleichen, konnte ich einige Angaben für meine Berechnung finden.

  • BUS= 20 g / km (pro Person)
  • ZUG= 40 g / km (pro Person)

 

Mein ökologischer Fußabdruck in 2017 

In 2017 war ich, eigentlich wie jedes Jahr, viel unterwegs. Reisen befreit ja bekanntlich und ich komme beim Reisen auch immer schön runter. Jedes Jahr gibt es größere und kleiner Destinationen. Wieviel ich aber tatsächlich mit jedem Transportmittel und insgesamt verbraucht habe, haut mich um. Hier also das Ergebnis meiner Berechnungen:

+ FLIEGEN: 8.218,30 kg CO²

+ AUTO: 26,50 kg CO²

+ BAHN: 117,60 kg CO²

+ BUS: 5,2 kg CO²

GESAMT in 2017 = 8.218,30 kg CO²

Wow oder? Das ist viel!!! VIEL ZU VIEL!!!

Wie bereits erwähnt liegt das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen bei 2.300 kg CO²! 

8.220 kg CO² sind rd. 3,5 Mal soviel und bezieht sich auch nur auf das Reisen! Mein Alltag ist darin noch nicht einmal festgehalten. Wenn jeder soviel wie ich reisen würde, dann können wir direkt dicht machen! Es muss sich also was ändern, denn fair Reisen geht anders!

Aus meiner Analyse heraus erkenne ich direkt, dass Langstreckenflüge richtig reinhauen, aber das Fliegen im Allgemeinen ist wohl der größte Faktor überhaupt. Möchte gar nicht wissen, wie der aussehen würde, wenn ich Fleisch essen würde 🙁

Mein ökologischer Fußabdruck 2018 – Meine Challenge

Einiges ist ehrlich gesagt schon geplant, deswegen kann ich nur bedingt darauf Einfluss nehmen, dass mein ökologischer Fußabdruck in diesem Jahr geringer wird. Da ich aber nicht erst jetzt erkannt habe, dass Reisen ein sehr großer Faktor ist, habe ich bereits im letzten Jahr mir Gedanken gemacht und so haben wir uns in diesem Jahr entschieden Europa nicht zu verlassen.

Die bisherigen festgelegten Reiseziele bringen mir folgendes Ergebnis:

+ FLIEGEN: 2.816 kg CO²

+ AUTO: 371,1 kg CO²

+ BAHN: 50,4 kg CO

+ BUS: 2,3 kg CO²

GESAMT in 2017 = 3.221,80 kg CO²

3.221,80 kg CO² sind immer noch mehr als das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen von 2.300 kg CO²! Da dies nur meine ersten festen Planungen für dieses Jahr beinhaltet, kommt sicher noch die ein oder andere kleinere Reise hinzu. Ich gehe aber fest davon aus, dass ich in 2018 nicht über 4.000 kg CO² kommen werde. 

Immerhin ist das eine Reduktion von rd. 50 % gegenüber 2017. Ich nehme das jetzt nicht als Grund zur Freude, aber mir ist sehr klar, dass ich weitaus mehr über mein Reiseverhalten nachdenken und neue Wege einleiten muss!

 

Was sagt DEIN ökologischer Fußabdruck?

Jetzt habe ich mich ganz schön nackig vor dir gemacht und nun würde ich gerne von dir wissen, wie dein ökologischer Fußabdruck ist bzw. wie und ob du auch fairreist?!

Ich gehe davon aus, dass in unserer ‘westlichen Welt’ ziemlich viele Menschen über die klimaverträglichen Verhältnisse leben. Wir reden uns ein, wenn wir uns im Alltag nachhaltiger Verhalten, geht sich das am Ende schon aus, aber wie wir sehen ist es überhaupt nicht so! Wir müssen über viele Tellerränder hinaus schauen.

Jeder Aktion folgt eine Reaktion

Wenn dieser Bericht eine Vielzahl von Menschen widerspiegelt, dann sollten wir uns eigentlich nicht mit kleinen guten Taten im Alltag zufrieden geben, sondern endlich die großen Taten vorantreiben. In letzter Zeit frage ich mich öfter: WIE ERREICHT MAN VIELE MENSCHEN?

Mit dieser Frage beende ich diesen Bericht und freue mich über einen nachhaltigen Austausch.

nachhaltige Grüße

Stefanie*

 

 

 

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

8 Comments

  1. […] Reisepensum mal genauer betrachten. Ich für meinen Teil, habe erst kürzlich in einem Beitrag (Fair Reisen – Mein ökologischer Fußabdruck) aufgezählt, was ich alles falsch mache. Seitdem passiert in meinem Kopf noch viel mehr und ich […]

  2. Vincenzoorga
    März 2
    Reply

    Sollte man nicht über günstigere/Resourcen sparendere Transportmittel nachdenken, bevor man alles sinnlos in den Raum bläst? Bin leider kein BWLer, deswegen überseh ich hier vielleicht was.

    • März 3
      Reply

      Ja klar sollte man das, aber das eigene Verhalten zu reflektieren und eben mal auszuwerten bringt meist einen neuen Blickwinkel mit sich. Mit BWL hat das mal gar nichts zu tun, sondern mit unseren Ressourcen. Darüber nachzudenken wie ich mein Verhalten im Sinne der Nachhaltigkeit verbessern kann, ist großer Bestandteil meines Alltags, daher auch dieser Blog. Ich bin bereits drauf und dran, um eine tolle Lösung für mich zu definieren, welche mich trotzdem viel Reisen lässt. Ich möchte nicht verzichten müssen…

  3. Februar 25
    Reply

    Thank you for sharing your encouraging words with us. And congratulations!

    • Februar 26
      Reply

      Thanks. But I am not really happy with this result. Will see how I can change this to a better way.

      Greets, Stefanie*

  4. Februar 23
    Reply

    Liebe Steffi. Ich sag dir das mein CO2 Fußabdruck mindestens genauso schlecht aussieht. Wenn nicht noch schlimmer. Ich kann mir das gerne mal Ausrechnen und dir Bescheid geben.
    Ich finde alleine der Gedanke daran etwas dagegen zu tun zählt!! Immerhin tust du so viel anderes hierfür. Man kann nicht perfekt sein und von 0 auf 100 geht sowieso nie. .
    Positiv bleiben 🙂
    Schönen Abend
    Lg Anja

    • Februar 26
      Reply

      Ja und Nein. Also ja jeder sollte das tun, was ihm möglich ist und nein, weil wir sehr bequem sind und viel mehr tun können. In meinem Fall heißt das, dass ich mein Reiseverhalten von Grundauffassung überdenken muss. Das muss ja nicht heißen, dass ich nichts mehr von der Welt sehen werde, vielleicht ist es am Ebde sogar spannender alternative Transportmittel zu verwenden. Das wäre dann entschleinigt reisen. Ich muss mir mehr Zeit nehmen… Perfekt muss ich nicht sein, aber das Problem ist erkannt und kann nun geändert werden. Vielleicht finde ich bis 2019 eine Lösung für mich, die absolut vertretbar ist. Ich sehe es als Challenge…

      Liebe Grüße
      Stefanie*

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