Mikroplastik – eine Gefahr für Mensch und Umwelt

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Anlehnend an den vergangenen Earth Day möchte ich das Thema Mikroplastik mal genauer betrachten, denn jeder von uns weiß von diesem Thema. Ich finde Plastikmüll eine bedrohende Angelegenheit, denn wir nutzen dieses Material mittlerweile für ALLES! Nach kurzer Nutzung bzw. wenn etwas kaputt geh, schmeißen wir auch gerne und schnell mal weg. Wir sind zu einer Wegwerfgesellschaft geworden und das nicht nur in unserer westlichen Welt, sondern auch auf anderen Kontinenten.

Wir sind eine Wegwerfgesellschaft

Durch unser Verhalten gegenüber Plastik oder Müll im Allgemeinen, haben wir uns eine unsichtbare Bedrohung geschaffen. Wir leben in einer Demokratie die vom Kapitalismus geführt und von der Lobby gesteuert wird sowie von unendlicher Marktsteigerung ausgeht. Doch am Ende haben wir nur eine Welt, die wir schöpfen können. Das ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite zeigt uns, dass wir uns mit unserem Lebensstil selbst erledigen. Was haben wir also von unserem Lebensstil? Sieht nicht gut aus oder?

Mikroplastik – die unsichtbare Gefahr

Besonders Plastikmüll ist ein großes Problem unserer Zeit, denn Plastik hat sich zum Liebling der Gesellschaft entwickelt. Es ist leicht und meist billig, daher auch leicht und schnell zu ersetzen. Die Produktion ist auch unproblematisch, mal abgesehen vom immer knapper werdenden Erdöl, welches dazu verwendet wird und den giftigen Inhaltsstoffen. Mikroplastik entsteht einerseits durch die Zersetzung von Kunststoffprodukten, welche nicht recycelt wurden, sondern durch andere Wege in unsere Umwelt gelangen. Das große Problem dabei ist, Kunststoff verrottet nur sehr schwer, ist biologisch nicht abbaubar und fügt somit der Umwelt erheblich Schaden zu.

 

Mikroplastik sind sehr kleine Plastikteilchen (Durchmesser unter 5 mm) und manchmal für das Auge überhaupt nicht mehr sichtbar.

Mikroplastik kann durch die Zersetzung von Kunststoffprodukten entstehen oder aber durch die Verwendung in der Kosmetikindustrie.​

 

Ja genau, stell dir vor, du cremst dich schon dein halbes Leben mit Plastik ein. Eine furchtbare Vorstellung oder?

Egal wie das Mikroplastik in unsere Umwelt gelangt, es gibt mittlerweile massenweise Berichte darüber, dass das Mikroplastik am Ende auch wieder in den Menschen gelangt. Das passiert einerseits durch unsere Nahrung (Wasser, Fisch, usw.) oder eben die Kosmetika (Cremes, Shampoo, Duschgels, Make-up, usw.) die wir benutzen.

Gehen wir aber mal Step-by-Step vor…

Mikroplastik in den Ozeanen

Unsere weltweiten Ozeane scheinen gerade die Müllhalde unseres Konsums zu sein. Es gibt mittlerweile auch Vorhersagen, dass bis 2050 mehr Plastik in unsere Ozeanen schwimmen wird als Fische. Das ist ziemlich dramatisch, denn in unseren Weltmeeren befinden sich jetzt schon rd. 250 Mio. Plastikartikel.

Das bedeutet, dass viele Meereslebewesen dieses Plastik oder auch Mikroplastik verzehren. Die Plastikpartikel landen im Organismus der Lebewesen und sterben einen qualvollen Tod. Ich hatte mal gelesen, dass rd. 100.000 Vögel und Meerestiere jährlich an den Folgen von Verschmutzung durch Plastik sterben. Horror!

Weiterhin kann das auch für uns Menschen gefährlich werden, denn über das Essen von Meerestieren (z.B. Fisch) nehmen wir ebenfalls Mikroplastik in unseren Körper auf. Wie schädlich das für den Menschen ist, weiß man derzeit noch nicht, denn es gibt dazu einfach keine Langzeitstudien, aber wenn wir ehrlich sind, kann es nicht gesund sein. Ich vermute sogar, dass es jetzt schon erheblichen Einfluss auf unseren Organismus hat. Siehe z.B. die zunehmenden unfruchtbaren Menschen oder aber im Umkehrschluss die zunehmenden Mehrlingsgeburten (bei Befruchtung auf ganz normalen Wege). Das ist doch kein Zufall oder?

Aktion Müll sammeln

Wie also Mikroplastik vermeiden? Hier ein paar Tipps für den Alltag und für unterwegs:

  • Kaufe verpackungsfrei ein
  • Trinke Leitungswasser
  • Verwende Mehrwegalternativen
  • Leihe statt zu kaufen
  • Kompostiere deinen Biomüll
  • Benutze eigene Einkaufsbeutel
  • Reduziere deinen allgemeinen Konsum
  • Koche frisch ohne Fertigzutaten
  • Repariere deine Sachen
  • Putze mit Essigessenz

Mikroplastik in Kosmetikartikeln

Wie bereits erwähnt wird Mikroplastik von der Kosmetikindustrie in vielen Kosmetikartikeln verwendet. Dabei kann es in verschiedenen Formen auftreten.

  • Bindemittel
  • winzige Plastikkugeln
  • Verbesserung der Konsistenz

Es kann also in jedem Artikel sein, welches wir für die tägliche Pflege benutzen. Durch das auftragen auf unsere Haut kann unsere Schutzschicht die diversen Gifte, welche in Plastik schlummern (z.B. BPA) aufnehmen, der Rest wandert zurück in unser Ökosystem, da Plastik nicht biologisch abbaubar ist. Die Kläranlagen können diese Mikroplastikpartikel nicht vollständig filtern, sodass es wieder zurück in unsere Gewässer gelangt. Der Umkehrschluss daraus ist, dass wir diese Mikropartikel über unsere Nahrung aufnehmen.

Wie erkennen wir also, dass in unseren Kosmetikartikeln Mikroplastik ist?

Ich habe dir dazu eine kleine Übersicht zusammen gestellt, anhand dieser kannst du schon mal die Abkürzungen erkennen, welche die Kosmetikindustrie in den Produkten verwendet.

 

Der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. hat einen Einkaufsratgeber zusammen gestellt. Hier kannst du alle Kosmetikartikel nach Namen und Hersteller kontrollieren. Steht ein Produkt auf der Liste, enthält dieses mit Sicherheit Mikroplastik. Wenn du nun alles richtig machen möchtest, solltest du das Produkt direkt entsorgen, damit du dich und unsere Umwelt aus der Gefahr nimmst. Der ein oder andere Euro wird sicherlich in die Tonne gekloppt, aber lieber Geld als das Leben!

EDIT: Mikroplastik in Textilien

Beinahe hätte ich dieses Thema vergessen, ich wurde aber noch eben darauf aufmerksam gemacht, denn klar wir spülen auch durch unsere synthetischen Textilien bei jedem Waschgang diese in unsere Abwässer. Damit gelangt das Mikroplastik ganz genauso wie aus den Kosmetikprodukten in unser Ökosystem, denn die Kläranlagen können diese winzigen Partikel nicht filtern.

Wie kann man nun verhindern, dass Mirkorplastik aus Textilien in unsere Gewässer kommen?

1. Keine synthetisch bedenklichen Textilien mehr kaufen. ABER: Es gibt mittlerweile aber eine Reihe von Herstellern die ökologisch unbedenkliche Stoffe verwenden, die den synthetischen sehr ähneln. Achte beim Kauf darauf!

2. Da jeder von uns bestimmt das ein oder andere alte Kleidungsstück oder anderes mit synthetischen Inhalten zuhause im Schrank hängen hat gibt es ein Waschbeutel (z.B. GUPPYFRIEND), der Mikroplastik beim Wäschewaschen abhalten soll.

Mein Vorschlag für Dich

Drucke dir die kleine Übersicht mit den Abkürzungen aus oder notiere sie und lege sie in deinen Geldbeutel. Beim nächsten Einkauf kannst du direkt kontrollieren. Es gibt auch eine kostenfreie App von Beat the Microbead, welche aus dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen unterstützt wird. Mit dieser kannst du die Kosmetikartikel scannen und dir werden Warnungen ausgesprochen. Leider habe ich dazu noch keine Erfahrungswerte, da ich selbst kaum Kosmetikartikel kaufe. Wir können uns aber hierzu gerne updaten. Schreib mir einfach ein Kommentar.

Mikroplastik verbieten?

Lassen wir uns gerne etwas verbieten? Eigentlich nicht! Aber seien wir ehrlich, wenn wir zu bestimmten Verhaltensmustern keine Verbote einführen, werden wir uns und unsere Umwelt weiter zerstören oder gar vernichten. Damit alle wirklich mitmachen, muss meiner Meinung nach ein absolutes Verbot her. Wie könnte das aussehen?

  • Die Kosmetikindustrie darf kein Mikroplastik in den Produkten verwenden
  • Plastiktüten und andere Wegwerfartikel dürfen nicht mehr in den Handel
  • Die Herstellung von neuem Plastik darf nur noch aus recyceltem Material erfolgen

Deutschland und die EU-Mitgliedsstaaten sind seit 2013 in Gesprächen mit der Kosmetikindustrie, aber dabei ist bisher noch nicht viel rum gekommen. Einzelne Kosmetikhersteller haben freiwillig Maßnahmen ergriffen. Eine EU-weite Regelung gibt es nicht und scheint auch nicht in Aussicht zu sein.

Doch es gibt auch Hoffnung, denn einige Städte und Länder handeln selbst und sprechen bereits Verbote aus. So hat z.B. Stockholm ein Herstellungs- und Verkaufsverbot beschlossen, welches zum 1. Juli 2018 in Kraft tritt. Großbritannien hat im Januar ebenfalls die Herstellung von Mikroplastik verboten. Ein Verkaufsverbot soll noch folgen.

 

Wenn du noch mehr über Plastik und dessen giftigen Inhalte wissen möchtest, kann ich dir nur den Artikel von Utopia ans Herz legen, darin werden einzelne Inhalte, wie z.B. BPA, und deren Auswirkungen wunderbar beschrieben. Ich kann dir nur sagen, nehme die Gefahr ernst, es steht viel auf dem Spiel!

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Hast du noch wichtige Ergänzungen zu diesem Beitrag hinzuzufügen? Bitte schreib mir diese in die Kommentare.

 

Plastikfreie Grüße

Stefanie*

 

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

2 Comments

  1. Mai 2
    Reply

    Unglaublich wie viel Plastik schon in den Meeren schwimmt. Immer wieder erschrecken mich die Zahlen.. Ich persönlich verwende nur mehr Naturprodukte im Bad.. sprich Honigseife oder festes Shampoo, Kokosfett.. ich hab nur mehr ein zwei Dinge die darauf warten aufgebraucht zu werden.. Mein größtes Plastikproblem ist beim Lebensmittel einkauf.. unglaublich was sich da immer anhäuft.. 🙁
    Ich habe auch schon gelesen, dass Mikroplastic auch durchs Wäsche waschen in den Umlauf gelangt.. Schrecklich was wir unserem Planten tagtäglich antun..
    Liebe Grüße nach Berlin
    Anja

    • Mai 3
      Reply

      Vielen Dank, na klar, die Wäsche habe ich vergessen. Habe ich gleich mal ergänzt. Danke für den Hinweis!
      Ja es ist schrecklich, aber wir können dagegen steuern. Bis es alle verstanden haben, wird es wohl noch eine Weile dauern 🙁 Besser wäre ein weltweites Verbot von Plastik, es gibt mittlerweile so viele Alternativen, dass wir Plastik nicht mehr herstellen müssten!
      Liebe Grüße, Stefanie*

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