nachhaltige Unternehmen und Produkte – So schnell erkennst du sie (Checkliste)

Anzeige - Dieses Interview ist in Kooperation mit Polarstern Energie entstanden. 

 

Hey, das ist nicht nachhaltig!

Auf einmal scheint alles nachhaltig zu sein und das Wort Nachhaltigkeit verliert dank der Marketingmaschinerie immer mehr an Bedeutung. Ein Wort, welches in diesen Zusammenhang immer wieder mal gegenüber Unternehmen angewandt wird, ist ‘Greenwashing’ denn einige Unternehmen wollen sich mit Marketingkampagnen nachhaltiger darstellen als sie sind, sie wollen sich ‘grün waschen’.

Greenwashing ist ein Versuch von Unternehmen sich ein grünes Image zuzulegen, aber sie kratzen dazu nur an der Oberfläche, sodass der Konsument beim Kaufen das Gefühl bekommt, etwas Gutes getan zu haben. Die Ansätze können ganz nett sein, aber eine kleine Recherche dieser Unternehmen verrät dir schnell, dass es dem Unternehmen meist nur um Profit geht. Anders ist das bei Unternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie wie z.B. Polarstern. Was das ist und wie die ticken, erzähle ich euch hier

Nachhaltigkeit wird uns immer wichtiger

Die Nische Nachhaltigkeit lässt sich nun groß vermarkten, denn für den Konsumenten wird Nachhaltigkeit immer wichtiger. Eine Umfrage der Bertelsman-Stiftung aus dem Jahre 2010 ergab, dass sich die Bürger keinen Wachstum zu jedem Preis wünschen. Sogar 88% aller Deutschen und 90% aller ÖsterreicherInnen wünschten sich eine ethischere Wirtschaftsorndung, die den Schutz der Umwelt und den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft berücksichtigt. Auch gibt es bereits Studien (z.B. Studie Umweltbewusstsein Deutschland 2014) welche zu den selben Schlüssen kommen. Wir wollen also die Welt nachhaltig und positiv verändern, doch wie macht jeder Einzelne das richtige in einer intransparenten Welt?

Erst neulich kam in einer FB-Gruppe die Frage nach nachhaltig/fairen Laufschuhen. Empfohlen wurde dazu auch ein Unternehmen. Ich habe mir dieses angesehen und konnte beim Besten Willen nicht erkennen, was dieses Unternehmen nachhaltig handeln lässt. Der Name deutete darauf hin, aber der Inhalt war überhaupt nicht so, zumindest nicht für mich erkennbar. So habe ich mir die Frage gestellt:

Wie genau erkenne ich ein nachhaltig handelndes Unternehmen und dessen nachhaltige Produkte? 

Mehr Transparenz

Konsum reicht von Dingen des täglichen Bedarfs (z.B. Nahrungsmittel oder Kleidung) bis hin zu Dingen die wir nicht (an-)fassen können (z.B. Energie). Das jedes Produkt eine ganz eigene Herstellunggeschichte hat und jeder Konsum eines Produkts oft negative Auswirkungen auf Umwelt und Mensch hat, habe ich dir bereits in meinem Beitrag Konsumkreislauf geschildert.

Das Produkt allein lässt nicht erkennen, welche Belastungen es mit sich bringt. Um die Herstellungsgeschichte eines Produkts daher nicht nur erahnen zu können, muss ein Unternehmen Einblicke in den Herstellungs- und Gewinnungsprozess jedes Produktes ermöglichen. Einige Unternehmen ziehen da schon mit, sodass man durch spezielle Label und Siegel (z.B. Bioprodukte) ein Produkt besser einordnen kann. Dabei lässt sich aber noch nicht erkennen, wie das Unternehmen produziert und woher die Rohstoffe stammen. Auch einige Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen sind für mich wie wissenschaftliche Studien, manchmal eher eine Auslegungssache. Ganz zu schweigen von den Testergebnissen, welche oft nur auf Mindestanforderungen ausgelegt sind.

Wir brauchen also mehr Transzparenz von Unternehmen und deren Produkte, welche für jeden Konsumenten leicht zu finden und zu verstehen ist!

Echte nachhaltige Unternehmen erkennen

Ok, jetzt hört sich erstmal alles so an, als könnten wir uns auf nichts verlassen, aber so ganz stimmt das nicht, denn einige Unternehmen machen sich gerne ganz schön nackig und manche setzen noch eins oben drauf, denn sie engagieren sich für soziale und/oder ökologische Projekte oder lassen diese auch in ihren Produktionsablauf einfließen.

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Mit dieser kleinen Checkliste kannst du nachhaltige Unternehmen besser erkennen:

1. Nachhaltigkeitsbericht

Sofern ein Unternehmen einen Nachhaltigskeitsbericht erstellt ist das schon mal toll, aber lese diesen gründlich, umso mehr wirst du über das Unternehmen in Erfahrung bringen können. Lass dich nicht täuschen, manchmal legen sich vor allem größere Unternehmen das auch ganz schön zurecht. Die die es ehrlich meinen, haben nichts zu verbergen und das wirst du sicher schnell erkennen.

Beispiel: Es gibt die GWÖ-Bilanz, woran sich nachhaltige Unternehmen messen lassen können. So ein Unternehmen ist z.B. der Energieversorger Polarstern

2. Gütesiegel, Auszeichnungen, Zertifizierungen

Es gibt mittlerweile einige Auszeichnungen und Gütesiegel, welche einiges über die Qualität und die Beschaffenheit eines Produkts aussagen. Die Kriterien unterscheiden sich teilweise sehr stark. Daher sind die Siegel und Auszeichnungen von unabhängigen Stellen vertrauenswürdiger, denn ihre Vergabe und Nutzung lassen sich überprüfen und sind somit transparent.

Beispiel: Das Demeter-Siegel. Demeter hat auch schon viele Auszeichnungen erhalten und zertifiziert Betriebe welche Produkte nach den Demeter-Richtlinien erzeugt.

3. Soziale/Ökologische Projekte

Neben dem eigentlichen Tagesgeschehen eines Unternehmens, unterstützen einige auch soziale und/oder ökologische Projekte. Das Engagement eines Unternehmens kann ganz unterschiedlich sein, denn es reicht von lokalen Projekten bis hin zu Projekten im Ausland (oft in 3.Welt-Länder).

Projekt: Polarstern Energie unterstützt Bauern in Kambodscha mit dem Bau einer Biogasanlage. Die Anlagen werden nach dem Prinzip ‘Hilfe zur Selbsthilfe’ gebaut.

Die Gemeinwohl-Ökonomie

Die WHAT? Richtig gelesen, es gibt eine Gemeinwohl-Ökonomie! Bhutan misst das Bruttonationalglück und in Europa hat sich eine Gmeinschaft gebildet, die das jetztige Wirtschaftsystem hinterfragt und gemeinsam neue Wege auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene geht. Mit der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) lassen sich nachhaltig handelnde Unternehmen daher ziemlich gut erkennen.

 

„Die Orientierung am Gemeinwohl ist für mich das wichtigste Fundament der Zukunft.“
Helmut Lind, Bankbetriebswirt, Vorstandsvorsitzender der Sparda Bank München und GWÖ-Botschafter

 

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist also ein ethisches Wirtschaftsmodell, welches das Wohl von Mensch und Umwelt vor den finanziellen Profit stellt. Das bedeutet, die GWÖ ist ein Wirtschaftssystem für faire, soziale und nachhaltige Wirtschaftskultur und ist somit ein Hebel für die gewünschte nachhaltige Veränderung.

Dieses Video erklärt das Prinzip der GWÖ noch einmal sehr gut:

Nicht nur Unternehmen, sondern auch Gemeinden und Bildungseinrichtungen können eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen und sich zertifizieren lassen. Polarstern bringt im Übrigen im Juli 2018 eine neue Gemeinwohl-Bilanz heraus. Bis dahin kannst du dir erstmal die bisherige ansehen. Folge einfach diesem Link: Polarstern Gemeinwohl-Bilanz. Auch Privatpersonen können an einem Gemeinwohl-Selbsttest teilnehmen. Ich habe das mal eben gemacht und hier ist mein persönliches Ergebnis:

Ganz ok oder? Aber daran kann noch gefeilt werden. Politisch könnte ich mich wieder aktiver einbringen, das habe ich bei diesem Test für mich selbst festgestellt! Weiter aber mit den nachhaltigen Unternehmen und der GWÖ.

GWÖ Unternehmen verändern die Welt

Ein Unternehmen, welches sich nackig im Sinne des Gemeinwohls macht und uns damit zeigt, dass ein nachhaltiges Unternehmen nicht nur nachhaltige Produkte bietet, sondern auch für das Wohl des Menschen (innerhalb und außerhalb des Unternehmens) einen Beitrag leisten, ist der Energieversorger Polarstern. Ihr Wirtschaftssystem ist, wie ich finde, durch und durch fair, sozial und nachhaltig. Ich selbst bin schon seit ein paar Jahren Kunde bei Polarstern und bleibe es am Liebsten für immer, denn ich bin einfach vom Gesamtpaket überzeugt. Kunde wurde ich damals nicht nur wegen der Öko-Energie, überzeugt hat mich damals auch, dass Polarstern sozial-ökologische Projekte unterstützt.

Ich muss ehrlich sagen, wenn ein Unternehmen sich neben dem retten der (Um)Welt, auch noch für soziale Belange einsetzt, bin ich schneller zu überzeugen. Fühlt sich sehr gut an auch nach Jahren zu wissen, dass man immer noch das Richtige tut.

Interview mit dem GWÖ Unternehmen Polarstern

Ich habe daher dem Social Business Polarstern ein paar Fragen gestellt.

Alt trifft Neu: Ihr seid ein Energieversorger? Was macht ihr bei Polarstern anders als die anderen?

Polarstern: Wir verfolgen einen gemeinwohlorientierten Wirtschaftsansatz. Das heißt, dass bei uns die ökologischen und sozialen Aspekte und Ziele den gleichen Stellenwert haben wie klassische ökonomische Erfolgskennzahlen. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Denn nicht jeder, der ein Ökoprodukt anbietet, handelt selbst wirklich ökologisch und sozial nachhaltig. Nachhaltigkeit und Gemeinwohl kann man nicht auf ein Produkt reduzieren, man muss es leben. Und zwar auf verschiedenen Ebenen im Unternehmen.

Alt trifft Neu: Okay, und wie macht ihr das?

Polarstern: Das hat viele Facetten. Die augenscheinlichste ist, dass wir ausschließlich Produkte aus 100 % erneuerbaren Energien anbieten – bei Strom und Gas. Das geht bis hin zu unseren Lieferanten: Wir haben keine Lieferanten, die selbst Atom- oder Kohlekraftwerke haben oder betreiben. Aber die Gemeinwohlorientierung betrifft genauso Aspekte mit Bezug auf unsere Mitarbeiter. Wir legen zum Beispiel großen Wert auf individuelle Arbeitszeitmodelle. Angepasst an die private und familiäre Situation finden wir gemeinsam Wege, wie sich jeder bestmöglich einbringen kann. Auch flache Hierarchien und ein hohes Maß an Transparenz sind uns sehr wichtig. Wir arbeiten in flexiblen Projektteams statt in festen Abteilungen. Und, wir haben ein Online-Projektmanagementsystem durch das jeder Mitarbeiter sehen kann, wer an was arbeitet, inklusive Geschäftsführung.

Alt trifft Neu: Was wünscht ihr euch für die Zukunft? Wo soll die Reise hingehen?

Polarstern: Wir haben Polarstern gegründet, um mit Energie die Welt zu verändern. Das bezieht sich auf konkrete Produkte für eine zukunftsweisende Energieversorgung, genauso wie auf ein nachhaltiges Wirtschaften. Wenn wir weiter wachsen und mit unseren Ansätzen den Markt in Bewegung bringen, und viele Nachahmer finden, dann wird daraus eine ganze Bewegung – und die Veränderung wird immer spürbarer.

Alt trifft Neu: Habt ihr einen nachhaltigen Tipp für meine Leser?

Polarstern: Da gibt es einen ganzen Haufen Tipps, aber der erste und wichtigste ist: einfach anfangen. Der Wechsel zu einem unabhängigen Ökoenergieversorger ist beispielsweise sehr wirkungsvoll, wenn es um das CO2 Sparen und den Klima-/Umweltschutz geht. Einfach, weil mit dem Wechsel jeder direkt seinen CO2-Fußabdruck um bis zu rund ein Viertel reduzieren kann. Viele andere Maßnahmen erfordern hingegen ein tägliches Handeln, um ähnlich viel zu erreichen, das ist natürlich deutlich schwerer – aber auch wichtig. So oder so am besten mit einer Maßnahme anfangen und alles weitere kommt dann meist von ganz alleine.

Alt trifft Neu: Da stimme ich euch völlig zu. Vielen lieben Dank für die ausführlichen Antworten.

 

GWÖ ist nachhaltiger!

Alles ziemlich spannend oder? Klar wäre es schöner, wenn man den Unternehmen direkt auf den ersten Blick vertrauen könnte, aber es gibt Möglichkeiten und Wege und das zu wissen, beruhigt mich schon mal sehr.

Wollen wir also ein echtes nachhaltig handelndes Unternehmen erkennen, sollten wir immer diese Punkte checken:

1. Nachhaltigkeitsbericht

2. Gütesiegel, Auszeichnungen, Zertifizierungen

3. Unterstützung von sozialen und/oder ökologischen Projekten

4. Gemeinwohl-Ökobilanz

Erstellt ein Unternehmen eine Gemeinwohl-Ökobilanz und veröffentlicht diese, kann man davon ausgehen, dass diese Unternehmen bereits die Punkte 1 – 3 erfolgreich abgedeckt haben. Wenn du zur GWÖ noch mehr erfahren möchtest, vielleicht auch wie du Teil der Gemeinschaft werden kannst, dann schau doch mal auf der offiziellen Seite der GWÖ vorbei.

Verliere nie den Überblick 😉

Gemeinwohl-Support-Grüße
Stefanie*
[Titelbild von Svante Berg Photography]
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Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

4 Comments

  1. Aliena
    Juni 19
    Reply

    Hallo,
    es gibt also noch ein Licht am Ende des Tunnels! Hab noch nie etwas von der GWÖ gehört, aber das sieht schon richtig stimmig aus. Werde versuchen in Zukunft mehr darauf achten, bei welchen Unternehmen man etwas kauft. Lebe sowieso schon sehr minimalistisch, Zeit zum recherchieren sollte da schon sein.

    LG Aliena

    • Juni 20
      Reply

      Liebe Aliena,
      haha, ja den gibt es und wie ich finde eine ganz wunderbare Sache.

      Viel Spaß bei der Recherche

      Stefanie*

  2. Juni 18
    Reply

    Liebe Steffi,
    echt cool der Bericht und das Interview 🙂
    Passt heute total gut bei mir… die Post hat mir meine #fairfashion Bestellung vorbei gebracht. Langsam aber sicher taste ich mich in diese Richtung gut durch. Ich muss zugeben, ich hatte anfangs auch so meine Schwierigkeiten mit nachhaltigen Unternehmen… Ich habe immer vier mal nachgelesen und gegoogelt ob diese Unternehmen jetzt wirklich nachhaltig ist oder nur so tut…
    Im Alltag achte ich z.B, auf das Österreichische Umweltzeichen Siegel, wenn ich das sehe fällt die Entscheidung leichter 🙂
    Liebe Grüße
    Anja

    • Juni 19
      Reply

      Hey Anja. Danke, es ist auch manchmal etwas undurchsichtig. Nur weil wo grün drauf steht, heißt das ja noch lange nichts. Auch ‘umweltfreundlich’ ist ein dehnbarer Begriff. Bei Kleidung würde ich auch auf das GOTS Zeichen achten. Freue mich, dass du gut voran kommst. Man freut sich bei jeder kleinen Sache die man schafft oder?

      Liebe Grüße
      Stefanie*

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