Reisen #3 – Achtsamkeit üben

Hier bin ich also wieder. 🙂 Eine kleine Erkältung habe ich mitgebracht, aber ich freu mich schon lange darauf, von meinen Erfahrungen berichten zu können. Es war nicht immer ganz einfach alles richtig zu machen. Da muss man schon wahnsinnig achtsam sein. Ich habe viele Dinge gut umsetzen können und einige liefen gar nicht gut! Was mich aber sehr erfreute, dass ich hier und da ganz einfache, wir würden es ‘upgecycelte’ Sachen nennen, vorfand. In manchen Regionen sind die Menschen einfach gewitzt und wissen sich zu helfen. Tolle Sache, wirklich…

Ich habe versucht in den folgenden Punkten, meine Erfahrungen zu beschreiben.

 

+ MÜLL

Gleich zu Beginn wurden am Flughafen unsere Rucksäcke in riesige Plastiktüten gepackt. Das fand ich so garnicht gut, jedoch hatten wir keine Wahl! Die Airline möchte sich nämlich damit absichern, dass der Rucksack in ganzen Stücken am Zielort ankommt! Gibt es hierzu nicht schon eine umweltfreundliche Erfindung? Falls nicht ‘MARKTLÜCKE’! Vielleicht möchte meine Bloggerfreundin Anne von CUT.SEW.LOVE sich mit mir an das Thema wagen?

Im Flugzeug selbst gab es dann auch alles in Plastik, Dosen und dreimal mehr verpackt. Auch in Vietnam wurde man überall zugemüllt mit Plastik. Wir konnten Plastiktüten abwehren, da wir immer einen Jutebeutel dabei hatten. Auch unsere wiederbefüllbare Flasche machte sich gut, sodass wir hier nicht unnötigen Müll produziert haben.

Insgesamt ist Vietnam etwas müllig, das ist wohl einerseits von den Locals selbst und andererseits von den Touristen verursacht. Leider! Die Touristen machen selbst in Nationalparks keinen halt davor ihre leeren Plastikflaschen an Ort und Stelle loszuwerden. Wirklich Schade!

Umso schöner, wenn man (wie auf dem Bild) das Essen auf einem echtem Blatt erhält.

Natürliche Unterlage
Essen auf Naturblatt

 

+ KULTUR

Kulturell gesehen ist der Norden Vietnams ganz anders als der Süden. Die Menschen im Norden sind nicht ganz so aufgeschlossen. Leider vermitteln einige Menschen das Gefühl, einen nur ausnehmen zu wollen. Wie uns versichert wurde, hat das nicht unbedingt was damit zu tun, dass wir Touristen sind. Auch Vietnamesen ergeht das so. Als Tourist wird man wohl nur noch ein bißchen mehr ausgenommen. Das muss man gut abwehren können, Achtsamkeit ist hier geboten! Im Süden hingegen waren die Leute immer freundlich und hilfsbereit, ganz ohne etwas dafür zu erwarten. Das Essen, die Gerüche und alle Farben waren ein wahres Erlebnis. Es gibt aber allein durch den regierenden Sozialismus, der noch immer dort herrscht ein gewissen Ungleichgewicht! Wir würden es kapitalistischen Sozialismus nennen! Das spürt man doch an mehreren Orten.

Die Bergvölker im Norden waren so nett, so dass man keinesfalls pauschalisieren kann. Die Märkte farbenfroh und megaauthentisch!

Körbe aus Vietnam
Körbe statt Plastiktüten in Vietnam – Bac Ha

 

Upcycling von Reifen
Reifen Upcycling in Vietnam – Bac Ha

 

+ TRANSPORTMITTEL / UNTERKUNFT

Bei den Transportmitteln und der Unterkunft haben wir auf viel Luxus verzichtet. In einigen Unterkünften wurden die kleinen Shampoofläschchen offensichtlich immer wieder befüllt, statt immer wieder neue bereitzustellen. Ein Hahn hat am Morgen auch immer gekräht, sodass es speziell in Hanoi egal war, wo man wohnt! 😀 Das Transportmittel schlecht hin, ist der Motorroller. Alles und jeder bewegt sich nur mit diesen Geräten fort. Leider auch zum Leidwesen unserer Ohren und Nerven. Das war ein wahres Hupkonzert! Wir haben an den verschiedenen Orten eigentlich immer alles zu Fuß entdecken können und haben auch im Nachhinein nicht das Gefühl, dadurch viel verpasst zu haben.

Da der Norden doch etwas kälter (durchschnittlich zw. 15 – 18 Grad) war, haben wir uns nach 2 Wochen dazu entschieden in den Süden zu fahren. Da wir uns bereits in Woche 3 befanden, mussten wir so langsam auch auf die Zeit achten und haben beschlossen, direkt auf eine Insel (Phu Quoc) im Süden zu fliegen. Das war wohl die größte Sünde die ich begangen habe. Leider! Ohne das nun als Ausrede gelten zu lassen, sind 4 Wochen eben doch nicht lang genug um locker zu bleiben. Die Wahl war 48 h oder länger durchzufahren oder uns 2 h Flug zu gönnen. Was hättet ihr da getan? 🙁

 

+ AKTIVITÄTEN

Wie erwartet sind einige Dinge sehr gut ohne eine organisierte Tour möglich gewesen und manchmal war eine Tour auch goldrichtig! Besonders in den Bergen im Norden (Bac Ha) war es so gut mit Za (Einheimische einer ethnischen Minderheit (Blumen Hmong)) zu wandern. Diese Frau war der Wahnsinn!!! Auch ansonsten hatten wir immer den richtigen Riecher, sodass wir durch Zufall sogar private Touren hatten und eigentlich immer den ärmeren Einheimischen mit unserem Dasein geholfen haben. Kann man das so sagen? 😀

 

+ KONSUM

Essen und Trinken wie die Einheimischen war nicht immer ganz so einfach, da wir kein Vietnamesisch sprechen. Als Vegetarier ein großes Risiko! Es kam auch vor, dass man Fleischstücke im Essen hatte, das man dann eben rausholen musste. Der vietnamesische Kaffee ist eine Sensation, auch wenn ich ihn immer schwarz und ohne Zucker getrunken habe. Original wäre er mit Kondensmilch und extra Zucker. Insgesamt war es sehr lecker und garnicht so aufwendig auch vegetarische Gericht zu finden. In einigen Regionen war es richtig gut und in anderen musste man sich aber auch damit zufrieden geben, dass etwas (was auch immer) im Magen war. Was mir besonders positiv auffiel war, dass an den Straßenständen keine Einweg-Stäbchen verwendet wurden.

Auch habe ich das ein oder andere Souvenirstück eingepackt. Ich habe darauf geachtet, dass es kein Plastik ist, nicht lackiert ist und am Besten auch recycelt ist. Besonders positiv viel mir auf, dass es in den großen Städten (Hanoi und Saigon) schon Geschäfte gab, die sich mit Nachhaltigkeit befassen. In Hanoi habe ich zwei Läden gesehen, die Organic-Kleidung verkauft haben. In Saigon habe ich ein wahres Schmuckstück erworben. Eine aus alten Reissäcken upgecycelte Tasche. Da ich schon so einen Geldbeutel besitze, passt das mega!!!

Tasche aus Reissäcken
Upcyclingtasche aus Reissäcken

Insgesamt bin ich schon zufrieden, auch wenn ich hier und da noch etwas feinfühliger sein hätte können. Richtig konsequent zu sein fällt einem teilweise auch schwer und ist auch nicht immer zu 100% möglich. Manchmal ärgert man sich, dass man manche Dinge kommen sehen hätte können. Manche Entscheidungen waren bewusst, manche wieder unbewusst. Ich weiß, ich bin auf einem richtigen Weg und auf meiner nächsten Reise, werde ich auf jeden Fall mehr Achtsamkeit üben!

 

Strohhalm aus Bambus
Bambusstrohhalm in Singapur
Kokosnusschalen Upcycling
Upcycling von Koksnussschalen in Vietnam – Mekong Delta
Türen Upcycling
Singapur Foodcourt – Upcycling von Türen

 

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

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