Tiny Houses – Mini Häuser auf Rädern

Wer mir eine Weile folgt, wird wissen, dass eine meiner großen Leidenschaften die Architektur ist. Da ich Architektur studiert habe, habe ich ein großes Interesse an alternativer, autarker Architektur. In Verbindung mit bereits vorhandenen Rohstoffen macht das für mich Sinn. Das ist auch der Grund warum ich in der großen Architekturwelt keinen Fuß gefasst habe. Ich konzentriere mich lieber auf das Vorhandene. Mein Studium war dennoch keinesfalls umsonst. Mein Weg wird sich ergeben. Es gibt so viele Möglichkeiten! Eine davon sind Tiny Houses.

TINY HOUSES

Seitdem ich meinen Blog schreibe, ist das Thema Tiny House (engl. für winziges Haus oder Mikro- bzw. Minihaus) auf meiner ToDo-Liste, doch der Anreiz darüber zu schreiben war noch nicht ausgereift. Ich habe bereits über die Skoolies geschrieben, was ja eigentlich auch so etwas wie Tiny Houses sind. Dennoch geht es dabei um den Innenausbau, nicht um das große Ganze wie bei einem Tiny House.

Nun hatte ich plötzlich das Gefühl, ich sollte mich mit dem Thema wieder mehr auseinander setzen. Jetzt ist genau die richtige Zeit dafür und das nicht zuletzt, weil ich von großartigen Menschen und ihren Taten begeistert bin. In Berlin hat z.B. die Tinyhouse University e.V. ein Tiny House (#Tiny100) erstellt und meine Bloggerkollegin Katrin (www.margarete-margarete.de) hat schon mal Probe gewohnt. Auf ihrem Blog könnt ihr ihre Erfahrungen nachlesen, es ist wirklich spannend!

Was ist ein Tiny House?

Bei einem Tiny House handelt es sich um eine kleine Behausung, zumeist auf Rändern erbaut. Es ist wohl die kleinste Form von Wohngebäuden die es gibt.

So ein Häuschen löst für so manchen die Sehnsucht nach einem Zufluchtsort. Die geringe Wohnfläche bedarf einer kreativen Planung, da die wesentlichen Bereiche (Schlafen, Sanitär, Kochen, Wohnen) sinnvoll in einem Tiny House platz finden sollen. Darüber hinaus kann so ein Tiny House einen großen Beitrag zur Umwelt, Nachhaltigkeit und zur gesellschaftlichen Veränderung beitragen. Nicht zu letzt auch zum eigenen Wohlbefinden und der persönlichen Unabhängigkeit. Die Tiny House Bewegung ist eine Art des Minimalismus, bei der sich die Gestaltung auf die wesentlichen Bedürfnisse beschränkt.

Tiny House Projekte

Wie bereits erwähnt hat die Tinyhouse University e.V. in Berlin ein Tiny House (6,4 m2) auf die Beine, bzw. besser gesagt, auf die Räder gestellt und dies in Kreuzberg zur Besichtigung ausgestellt. Bei diesem Projekt geht es eigentlich nicht primär um Wohnen auf Rädern oder vollkommene Autarkie, denn diese Mini-Wohnung ist ein Modell für ein größeres Hochbauprojekt. Die Wohnung soll später 100 € kosten, sodass die Wohnungsnot in Deutschland verringert werden kann. Die Idee ist es in einem Wohnbaukomplex Wohnungen verschiedener Größen und Preise anbieten zu können. Das Projekt auf Rädern finde ich aber dennoch großartig. Es zeigt wie man clever auf kleinstem Raum wohnen kann.

Katrin hat auf Probe gewohnt! Dabei sind ihr einige wesentliche Dinge aufgefallen, sodass sie mit ihrem Projekt KIEZPOPCORN das Projekt TINY HOUSE SYSTEMS ins Leben gerufen hat. Dabei geht es weniger um den cleveren Ausbau im Ganzen, sondern mehr um die Entwicklung von autarken und nachhaltigen Systemen die im TINY FORMAT gemeinschaftlich weiter gedacht werden sollen.

Ein weiteres Projekt, welches mich schon eine ganze Weile interessiert, ist das der Wohnwagon. Dieser wurde so konzipiert, dass er, auf Wunsch, auch völlig energieautark daher kommt. D.h. es gibt z.B. ein eigenes kleines Heizkraftwerk, welches für Strom, Warmwasser und Wärme sorgt. Der Wohnwagon steht ebenfalls auf Rädern und lässt sich auf einem Platz der Wahl aufstellen.

Rechtliche Anforderungen

Wenn Tiny Houses auf Rädern gebaut werden, unterliegen sie nicht mehr dem Baugesetz (BauG) bzw. auch dem Bestimmungen der Bauordnung (BauO) des jeweiligen Bundeslandes. Zumindest ist das in Deutschland so und wird wohl in anderen Ländern ähnlichen Bestimmungen unterliegen. Ein Tiny Houses auf Rädern unterliegen aber der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO). Geregelt sind die zulässigen Abmessungen im § 32 (Abmessungen von Fahrzeugen und Fahrzeugkombinationen) der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).

Um einen wichtigen Teil daraus kurz zusammenzufassen, bedeutet das, dass die zulässige Breite allgemein nicht 2,55 m, die Länge nicht 4,0 m sowie die Höhe nicht 2,5 m überschritten werden darf. Alles andere bedarf einer weiteren Zulassung. D.h. dass Tiny Houses nicht größer als knapp 6,5 m2 sein werden. Natürlich kann man aber den Platz in die Höhe nutzen und dort eine zweite Etage einbauen, so gewinnt man ein paar qm mehr.

 

Ich habe es schon mal erwähnt, ich würde mich gerne so einem Projekt widmen. Vielleicht einem eigenen! Die Idee ist es, Stadt und Land zu verbinden. Wohnung in der Stadt und ein Rückzugsort im Grünen. Nicht in einer Schrebergarten Siedlung, sondern ein kleines ruhiges Plätzen im Grünen, am Liebsten mit Wassernähe! Darauf hätte ich Lust… Ich weiß es wird kommen 🙂 Muss mich nur noch etwas mehr sortieren… !! Und dann könnte es ein Tiny House oder ein Bauwagen werden. Ich bereite meine Gedanken schon einmal in Richtung Upcycling vor. Woher bekomme ich Materialien die ich brauche, ohne neue Rohstoffe verwerten zu müssen? Das bedarf einer guten Planung…

 

LIEBE.FREIHEIT.ALLES.

Sternchen*

 

P.S. Titelbild ist von www.wohnwagon.at

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

9 Kommentare

  1. November 7
    Antworten

    Hey, sag Bescheid, wenn du dein Tiny House fertig hast. Wir kommen dann gerne gucken ?

    LG von den wohn-bloggern

    • November 7
      Antworten

      Oh das werde ich. Allerdings wird das sicher noch eine Weile dauern. Gerade ist das Ziel, einen Van zum Reisen zu anzuschaffen. Danach könnte das Tiny House ein schönes Ziel sein 😉

  2. Februar 27
    Antworten

    Ein sehr cooler Beitrag, mich faszinieren diese Tiny Houses bzw. Leben nur mit dem Nötigsten schon länger 🙂 das steht auf jeden Fall auf meiner Bucket List 🙂

    Alles Liebe,
    Sabrina

    • Sternchen
      Februar 27
      Antworten

      Hier in Berlin gibt es auch sogenannte Wagenburgen, dort wohnen einige in ausgebauten Bauwägen o.ä.
      Die Idee ist aus der Not und gegen das System von Alternativen entstanden. Das Leben in der Gemeinschaft, aber eben reduziert, reizt mich sehr!

  3. Katrin
    Januar 17
    Antworten

    Ich denke ich wüsste da einen Stellplatz ?

    • Sternchen
      Januar 17
      Antworten

      Daran habe ich auch schon gedacht. ??

  4. Marion
    Januar 16
    Antworten

    Ja gut, Der Wohnwagen meiner Eltern hat mich früher schon geschafft. Für mich immer sehr beengend. Aber wenns wer mag, warum nicht. Fragen: Der TÜV muß das Ding dann aber schon abnehmen, oder? Gibt es denn nicht schon einige Anbieter, die solche Tiny Houses bauen? Warum das “Rad” zweimal erfinden?

    • Sternchen
      Januar 16
      Antworten

      Ich denke, wenn man mit dem Anhänger herumfahren möchte, wird der TÜV sicherlich eine Rolle spielen und klar gibt es Anbieter die Tiny Houses bauen (siehe im Artikel auch Wohnwagon), aber ich bin halt selbst Architekt und baue gerne mit meinen Händen. Als Inspiration sind andere Anbieter aber sicher immer eine gute Idee 🙂

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