Interview | Upcycling: Nyka Designs

Bei so manchem virtuellen stöbern trifft man auf die tollsten Upcycling-Sachen. So bin ich auf das wunderbare Label Nyka Designs, welches von Monika geführt wird, gestoßen. Mega cool die Idee!

So denkt man doch, dass ein Buch zum Lesen da ist, aber so manches Buch ist einfach nicht mehr als Buch brauchbar. Toll, wie Monika mit genau diesem Problem umgeht und dem Buch ein zweites Leben gibt. Ich bin mal wieder hin und weg von soviel Kreativität und Einfallsreichtum. Doch schaut selbst, was genau mit den ausrangierten Büchern passiert, denn ich habe Nyka Designs zum Interview gebeten.

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Das Interview:

1. Wer bist du? Stell dich kurz vor…

Ich studiere Soziologie und Musikwissenschaften in Freiburg, woher ich auch komme. In meiner Freizeit mache ich schon seit meiner Kindheit alle Arten von Handarbeiten, Stricken, Häkeln, Nähen.. da wechsle ich gern ab.

2014 habe ich dann mein Label Nyka Designs gegründet. Ich biete sowohl Upcycling-Taschen und Hüllen für Handy, eReader und Tablets an, als auch Taschen im Ethno-Stil, vor allem aus afrikanischen Stoffen.

 

2. Beschreibe dein Projekt, stell es kurz vor….

Mein Upcycling-Projekt besteht vor allem darin, Taschen und Hüllen für Handy, eReader und Tablets aus verschiedenen gebrauchten Materialien zu nähen. Zurzeit sind es vor allem Hüllen aus antiquarischen Büchern: Das Buch bekommt ein Filz-Innenleben, von dem der eReader gehalten und geschützt wird. So hat man die Vorteile eines eReaders und dabei gleichzeitig das Gefühl, ein gedrucktes Buch in der Hand zu halten. Aus manchen Büchern mache ich auch Notizbücher und aus den Seiten Briefpapier.

 

3. Wie bist du zu deinem Projekt gekommen?

Vor einigen Jahren habe ich mir eine Tasche aus einem alten Kaffeesack genäht, die ich ständig mit mir herumtrug und für die ich viele Komplimente bekam. Inspiriert wurde ich dabei von einer Mitbewohnerin, die aus Kaffeesäcken Balkonkissen nähte. Diese Tasche stellte ich auch einmal auf einer Kreativ-Party in Freiburg aus, eigentlich mehr zusätzlich zu einigen Bildern, die ich dort zeigte. Das Freiburger Newsblog fudder.de berichtete über die Party und erwähnte dabei auch diese Tasche. Dadurch kam ich auf die Idee, dass sie sich verkaufen lassen könnte. Ich mache schon seit ich klein bin gern Handarbeiten und hatte schon länger damit geliebäugelt, sie in einem Blog zu zeigen und auch zu verkaufen.

DaWanda war dann genau die passende Plattform für mich. Allerdings habe ich bis jetzt diese Kaffeesack-Taschen dort nicht angeboten, weil es nicht ganz einfach ist, sie so zu verarbeiten, dass die Nähte gut halten und die Jute nicht fusselt. Stattdessen fing ich auf Dawanda an, eReader-Hüllen aus antiquarischen Büchern  anzubieten. Solche Hüllen hatte ich auch zuerst für mich selbst gemacht und auch verschenkt und dabei gemerkt, dass sie gut ankommen. Besonders Hüllen aus Hanni und Nanni-Büchern finden viele toll, weil sie sie an ihre Kindheit erinnern.

 

4. Mit welchen Materialien arbeitest du?

Für meinen Shop zurzeit vor allem mit antiquarischen Büchern. Privat mit allem, was mir in die Finger kommt und was sich für meine Projekte gerade eignet.

 

5. Woher beziehst du deine Materialien?

Die Bücher für eReader aus dem Antiquariat meiner Mutter: Manchmal kommt es vor, dass sich angekaufte Bücher als unvollständig oder schlecht verkäuflich herausstellen und deshalb aussortiert werden. Andere Materialien kommen aus meinem eigenen Gebrauch und aus meinem direkten Familien- und Freundeskreis. Oder von Sammelstellen für recycelbares Material. Ich halte immer die Augen offen. Oft inspiriert mich dann so ein Fundstück zu einer neuen Idee.

 

6. Was bedeutet für dich Nachhaltigkeit?

Generell: vorhandene Ressourcen zu nutzen, statt neue „anzuzapfen“. Das Material, das ich für meine Taschen benutze, würde weggeworfen werden, obwohl daraus noch viele schöne neue Dinge entstehen können. Dadurch gebe ich ihm einen neuen Wert und hole es aus diesem Kreislauf.

Auch gehört für mich dazu, dass so wenig zusätzliches Material für Verpackungen wie möglich produziert wird – die ja wieder nur weggeworfen werden. Aus diesem Grund recycele ich mein Versandmaterial größtenteils aus anderen Verpackungen, z.B. aus Kartonagen, die in Supermärkten als Müll anfallen.

 

7. Kannst du von deinem Projekt leben?

(Noch?) nicht.

 

8. Wo findet man dich? (Internet, Messen, Laden, etc.)

Auf DaWanda, auf Facebook , Instagram und auf ezebee

 

9. Was wünscht du dir für die Zukunft?

Mich weiter mit anderen zu vernetzen, die Upcycling betreiben. Und natürlich viele neue Kunden  J

 

10. Was wolltest du schon immer mal machen?

Ich will schon länger mein Angebot mit neuen Taschen aus upcycelbaren Materialien erweitern. Diese Materialien liegen bereits gehortet in einer Truhe und warten auf ihren neuen Verwendungszweck J Ihr dürft also gespannt sein!

 

 

Genial oder? Das Beste daran ist, dass man das Gefühl beim Lesen, ein richtiges Buch in der Hand zu halten, nicht verliert. Genau das ist nämlich ein großes Problem was viele Leute haben. Sie wollen ein Buch in der Hand halten. Das wurde hiermit auf eine sehr kreative und authentische Art mehr als gut gelöst. Danke Monika und deinem tollen Label Nyka Designs

 

Hier werdet ihr fündig, wenn ihr mehr sehen wollt oder das ein oder andere Stück erwerben wollt. Viel Spaß beim Stöbern 🙂

DaWanda:   http://de.dawanda.com/shop/NykaDesigns

Ezebee:       https://www.ezebee.com/nyka-designs

Facebook:   https://www.facebook.com/NykaDesigns

Instagram:   https://www.instagram.com/nykadesigns

Monika von Nyka Designs
Monika von Nyka Designs

Viel Spaß beim Stöbern,

Sternchen*

 

 

 

Stefanie Verfasst von:

Hi, ich bin Stefanie und blogge auf Alt trifft Neu über Upcycling und Green Lifestyle, dem nachhaltigen Lebensstil. Ich freue mich, dich auf meine Reise mitzunehmen.

10 Kommentare

  1. Ich ringe da ein wenig mit mir, zwar finde ich die Idee des upcyclings der Bücher sehr schön und es ist wunderbar umgesetzt, jedoch bin ich selbst ein sehr großer Bücher-Fan und ich finde es sehr wichtig, dass alle Kinder die Möglichkeit haben zu lesen. Wenn die Bücher noch intakt sind, wäre ich geneigt die Bücher lieber an Schulbüchereien, Kinderheime, Kinderkrankenhäuser oder Kindergärten zu spenden. Wenn sie jedoch so unlesbar sind, dass Seiten fehlen etc, dann finde ich die Idee wunderbar und sehr sinnvoll.
    Hab noch einen wunderschönen Tag und eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit <3
    Liebe Grüße, Mimi

    • Sternchen
      November 24
      Antworten

      Hallo Mimi,
      Monika versicherte, dass sie nur Bücher verwendet, die nicht mehr vollständig sind bzw. als Buch nicht mehr zu verwenden sind.
      Upcycling sollte ja nicht Wertvolles verändern, sondern Dingen die eigentlich auf den Müll landen, ein zweiten Leben schenken. Da bin ich voll und ganz bei dir!
      Im Übrigen, meine eigenen Bücher, die ich nicht mehr verwende, landen entweder im Bücherbaum oder in einer Kiste zu verschenken vor dem Haus. Das geht eigentlich auch immer ganz gut von der Hand und andere freuen sich darüber. So bin ich auch schon zu dem ein oder anderen Buch gekommen.
      Ich wünsche dir auch einen wunderbaren Tag.
      Liebe Grüße, Sternchen

  2. Katrin Herrmann
    November 22
    Antworten

    Toller Blog, hier komme ich gerne wieder. LG Katrin

  3. Robby
    November 22
    Antworten

    Eine richtig geniale Idee. Leider bin ich für sowas nicht kreativ genug, aber es ist toll, dass es Menschen gibt, die solche Einfälle haben 🙂

    • Sternchen
      November 22
      Antworten

      Ganz genau. Klasse Idee auf jeden Fall…

  4. November 22
    Antworten

    Sehr coole Sache. Ich liebe es aus alten Dingen neues entstehen zu lassen!

    • Sternchen
      November 22
      Antworten

      Ich auch, vor allem fördert es unheimlich die Kreativität.

  5. November 22
    Antworten

    Was für eine fabelhafte Idee! Auf so etwas muss man zuerst einmal kommen, echt super kreativ und einzigartig!

    • Sternchen
      November 22
      Antworten

      Ich bin auch immer wieder begeistert von neuen Entdeckungen.

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